50% weniger Energieverbrauch im Gebäudesektor bis 2050

  • Der Schweizer Gebäudepark beansprucht rund 50% des Energieverbrauchs und ist für 40% des CO2-Ausstosses ist der Gebäudesektor verantwortlich.
  • Der Energieverbrauch bei Gebäuden kann bis 2050 halbiert werden.
  • Graue Energie macht immer mehr aus. Vor allem bei Neubauten soll vermehrt darauf geachtet werden.

50% des Energieverbrauchs und 40% der CO2-Emissionen: Die 2.3 Millionen Gebäude in der Schweiz bestehen zu knapp drei Vierteln aus Wohnbauten und zu einem Viertel aus Dienstleistungs- sowie öffentlichen Bauten. Dieser Gebäudepark beansprucht rund 50% des schweizerischen Energieverbrauchs. 10% entfallen auf Bauprozesse und Baumaterialien, 40% auf den Betrieb (Heizung, Warmwasser, Lüftung, Klima, Geräte, Beleuchtung usw.). Der grösste Teil der Wärmeproduktion für Gebäude erfolgt heute durch Öl- und Gaskessel. Der Gebäudesektor ist für rund 40% der Schweizer CO2-Emissionen verantwortlich. Entsprechend prioritär muss die CO2-Reduktion in diesem Bereich politisch vorangetrieben werden. Die Mittel sind bekannt: Verschärfte Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn), kantonale Förderprogramme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie das nationale Gebäudeprogramm.

Energieverbrauch im Gebäudebereich lässt sich bis 2050 halbieren: Die technisch-wirtschaftlichen Einsparpotenziale sind riesig. Das Bundesamt für Energie beziffert das Einsparpotenzial für Heizung und Warmwasser in Wohnbauten auf 70% (Neubau und Sanierung), in Dienstleistungs- und Landwirtschaftsgebäuden auf 70% (Neubau), bzw. 50% (Sanierung) und in Industriebauten auf 80% (Neubau), bzw. 40% (Sanierung). Das Problem: Der Erneuerungszyklus schreitet in der Schweiz noch viel zu langsam voran. Es dauert 60 bis 100 Jahre, bis der gesamte Gebäudebestand energetisch saniert ist. Der energetische Erneuerungszyklus muss darum von Bund und Kantonen massiv beschleunigt und gesetzlich auf einen Standard wie Minergie ausgerichtet werden. Für Neubauten ist der Minergie-A-Eco-Standard durch die Kantone als verbindlich zu erklären. Dabei ist der Anteil erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasser bis 2050 schrittweise auf 100% zu erhöhen.

Graue Energie – ein zunehmend wichtiger Faktor: Dank generell sinkendem Energieverbrauch im Betrieb gewinnt die graue Energie beim Bau an Bedeutung. Sie macht bei Neubauten oft mehr aus als die gesamte Betriebsenergie über die Lebensdauer eines Gebäudes. Umweltfreundliche und lokale Baumaterialien sind der Schlüssel zur Reduktion der grauen Energie.

Position der SES

Position zu Gebäuden