Klimawandel und Atomkraftwerke

Realisierbarkeit von neuen Atomkraftwerken zur Dekarbonisierung der schweizerischen Energieversorgung

SES-Studie «Klimawandel und Atomkraftwerke»

Juni 2019 -Mit dem Pariser Klimaabkommen hat sich die Schweiz verpflichtet, den CO2-Ausstoss bis 2050 massiv zu reduzieren. Um die gesetzten CO2-Ziele zu erreichen, muss die CO2-arme Energieproduktion schnell ausgebaut werden. Die SES hat in der vorliegenden Kurzstudie die Realisierbarkeit eines neuen Atomkraftwerks in der Schweiz untersucht und sich dabei auf die Aspekte Bauzeit, Kosten und Finanzierung begrenzt. Zum Vergleich wird dem Bau eines neuen Atomkraftwerks der Ausbau von Photovoltaik gegenübergestellt.

Die Resultate zeigen: Weder Atomkraftwerke noch Photovoltaik-Anlagen sind CO2-neutral. In Bezug auf die CO2-Bilanz ist bei Atomkraftwerken in Zukunft jedoch eine Verschlechterung, bei Photovoltaik eine Verbesserung zu erwarten.

Der Bau eines neuen AKW birgt hohe Risiken und dauert alleine schon aufgrund des längeren politischen Prozesses knapp dreimal länger als der Aufbau derselben Produktionskapazität mittels Photovoltaik. Kostenseitig kann ein neues Atomkraftwerk zwar auf den ersten Blick mit einer äquivalenten Produktionskapazität mittels Photovoltaik mithalten, wobei sich die Kosten bei Atomkraftwerken nach oben, bei Photovoltaik-Anlagen nach unten entwickeln. Hinzu kommen externe Kosten, die in zum Teil nach wie vor unbekannter Höhe anfallen. Der Staat müsste zudem für den Bau eines neuen AKW für hohe Investitionssicherheit sorgen, indem er für wohl über 50% der Kosten staatliche Unterstützung zusichert. Da sich sämtliche Mittel auf ein einziges Projekt konzentrieren ist das Risiko einer Fehlinvestition gross.

Insgesamt ist damit ein neues Atomkraftwerk klar langsamer, risikoreicher und für die Steuerzahlenden teurer als eine äquivalente Produktionskapazität mittels Photovoltaik und würde eine völlige Kehrtwende der heutigen schweizerischen Energiepolitik verlangen.

 

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Simon Banholzer

Simon Banholzer
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