Alte AKW – die Unfallgefahr steigt
In Europa wird es bis 2025 zu einem regelrechten AKW-Sterben kommen. Ein Drittel der heute 145 Reaktoren wird in Pension gehen, sofern keine grösseren Zwischenfälle nicht schon zu früheren Abschaltungen führen werden. Für die 5 AKW in der Schweiz fordert die SES klare Abschaltkriterien und eine von den Betreibern unabhängige und kritische Kontrollbehörde.
Die Schweiz betreibt 5 Reaktoren. Die Oldtimer Beznau und Mühleberg wurden zwischen 1969 und 1972 erbaut. Mühlerberg ist mittlerweile der weltweit letzte noch betriebene Reaktor seiner Bauart. Spätestens um 2020 gehen Mühleberg und Beznau I und II in Pension – aus Alterungs- respektive Sicherheitsgründen.
Bis auf Mühleberg haben alle Schweizer AKW eine unbefristete Betriebsbewilligung und laufen gemäss Gesetz „so lange sicher“. Dies ist aus zwei Gründen gefährlich. Je älter ein Reaktor, desto spröder die Bauteile und desto unfallträchtiger der Betrieb. Und, je älter ein Reaktor, desto amortisierter und günstiger die Produktionskosten und umso höher die Hemmschwelle diese (Gelddruck-) Maschinen bei Störung abzuschalten. Der ökonomische Druck wird in einem liberalisierten Umfeld zunehmen - damit steigt das Unfallrisiko zusätzlich.
SES-Empfehlung
Zum Schutze der Bevölkerung fordert die klare Abschaltkriterien und eine von den Betreibern unabhängige und kritische Kontrollbehörde.
Die unbefristete Betriebsbewilligung fürs AKW Mühleberg lehnt die SES strikte ab. Der Oldtimer hat Risse im Kernmantel. Dieser kann weder geflickt noch ersetzt werden. Die Risse sind lebensgefährlich. Sie können die Reaktorgeometrie verändern und im Notfall die notwendige Schnellabschaltung verhindern. Der atomare Feldversuch der BKW mit der Berner Bevölkerung muss spätestens 2012 ein Ende haben.
