Wärmepumpen müssen noch viel effizienter werden!

  • 2006 wurden in etwa gleich viele Wärmepumpen wie Ölheizkessel verkauft.
  • 60% der Neubauten werden mit Wärmepumpen gebaut. Nicht immer ist eine Wärmepumpe die beste Heizlösung.
  • Die Energiebilanz von Wärmepumpen ist in der Regel schlechter als diejenige von Holzheizungen oder solarthermischer Wärmeerzeugung.

Wärmepumpenheizungen brauchen Strom, das ist nicht immer effizient. Wärmepumpenheizungen nutzen die Umweltwärme aus Luft, Wasser und dem Erdinnern (Geothermie), um sie mit Hilfe einer Wärmepumpe auf ein brauchbares höheres Temperaturniveau anzuheben. Die Funktionsweise lässt sich mit einem Kühlschrank vergleichen, der innen kühlt und aussen heizt. Viele Wärmepumpen können im Umkehrbetrieb auch zur Kühlung eingesetzt werden. Das Problem: Um die Umweltwärme Hochzupumpen und auf die richtige Temperatur anzuheben, braucht die Wärmepumpe elektrische Energie. In der Schweiz werden Neubauten immer häufiger mit Wärmepumpenheizungen ausgestattet. 2006 waren es schon über 60% des Neubauparks. Mit 15'806 Stück wurden 2006 zum ersten Mal etwa gleich viele Wärmepumpen wie Ölheizkessel verkauft. In vielen Kantonen wird der Verkauf finanziell gefördert.

Die Wärmepumpe ist nicht immer die beste Heizlösung. Für die Energiebilanz ist entscheidend, wie hoch der Anteil zusätzlich benötigter elektrischer, nicht-erneuerbarer Energie ist. Dies misst man mit der Jahresarbeitszahl: Die produzierte Wärme wird durch den verbrauchten Strom dividiert, im Durchschnitt über ein Jahr. Die Effizienz hängt sehr stark von der Temperatur der Wärmequelle, von der Temperatur des Wärmeverteilsystems im Gebäude und vom Benutzerverhalten ab und schwank innerhalb einer Bandbreite von 2,5 bis 4,5. Nicht immer ist eine Wärmepumpe die beste Heizlösung. Zwar ist in der Regel die Energiebilanz besser als diejenige von Öl- und Gasheizungen, gleichzeitig ist sie aber auch schlechter als diejenige von Holzheizungen oder solarthermische Wärmeerzeugung. Dort liegt der Anteil erneuerbarer Energien bei nahezu 100%. Es muss daher in jedem Einzelfall abgeklärt werden, welches das energetisch sinnvollste Heizsystem ist.

Keine Wärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl von weniger als 3,5! Mit der heute eingesetzten Technologie können durchschnittliche Jahresarbeitszahlen von 2,5 bis 4,5 erreicht werden. Aus Sicht der SES dürfen Wärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl von weniger als 3,5 keine Bewilligung mehr erhalten. Eine Förderung von Wärmepumpen mit speziellen Fördergeldern oder Spezialtarifen beim Strom sind erst ab einer Jahresarbeitszahl von 4,5 sinnvoll. Wärmepumpen müssen deshalb noch effizienter werden, um die erneuerbare und saubere Umweltwärme zu einem höheren Grad nutzen zu können. Dadurch können Jahresarbeitszahlen von 4 (Wärmequelle Luft) und 6 (Wärmequelle Erdreich) erreicht werden.