Energieperspektiven des Bundes


Die Energieperspektiven 2035 des Bundes zeigen im Wesentlichen folgende vier Szenarien auf.

  • I: Weiter wie bisher – Fortsetzung der heutigen Energiepolitik unter geltenden Gesetzen.
  • II: Verstärkte Zusammenarbeit – CO2-Abgabe, kostendeckende Einspeisevergütung für erneuerbaren Strom und deren Weiterentwicklung.
  • III: Neue Prioritäten – Aktive Förderung der Energieeffizienz, staatsquotenneutrale Energielenkungsabgabe und zusätzliche Verbrauchsvorschriften.
  • IV: 2000-Watt-Gesellschaft – Verstärktes Szenario III mit dem Ziel, den Energieverbrauch pro Person bis in hundert Jahren auf einen Drittel zu reduzieren.

I und II führen in die Sackgasse: Die ersten beiden Szenarien sind massnahmenorientiert und führen gegenüber heute zu einer deutlichen Zunahme des Energieverbrauchs. Der wachsende Stromverbrauch soll durch Atom- und/oder Gaskraftwerke gedeckt werden. Diese Szenarien erfüllen die Klimaschutzkriterien nicht und erhöhen das atomare Risiko sowie die Abhängigkeit von Energieimporten.

III und IV weisen den Weg: Die Szenarien III und IV sind dagegen zielorientiert und führen langfristig zu einer Abnahme des Energiebedarfs. Sie zeigen auf, dass die sogenannte „Stromlücke“ ohne neue Atomkraftwerke und/oder grosse Gaskraftwerke geschlossen werden kann. Möglich wird dies neben der Verbesserung der Stromeffizienz durch die verstärkte Stromproduktion in dezentralen Wärmekraftkopplungsanlagen (7,6 Mia. kWh bis 12,1 Mia. kWh) sowie eine deutliche Erhöhung der Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien (6,2 Mia. kWh bis 9,6 Mia. kWh). Zentrales Instrument ist eine staatsquotenneutrale Energielenkungsabgabe auf nicht-erneuerbare Energien und Elektrizität.

Wir brauchen Szenario V: Nur mit dem Zielpfad und Massnahmen-Mix des Szenario IV kann der CO2-Ausstoss der Schweiz annähernd so weit reduziert werden, dass von wirksamem Klimaschutz die Rede sein kann. Bis 2020 sinkt der CO2-Ausstoss im Szenario IV um 23%, bis 2035 um 46%. Das ist nahe beim Ziel der Klima-Initiative (mindestens minus 30% bis 2020) und der wissenschaftlich notwendigen CO2-Reduktion um 50% bis 60% bis 2030. Welche Massnahmen zur Erreichung dieser weitergehenden CO2-Ziele zusätzlich getroffen werden müssen, zeigen die Umweltorganisationen mit ihrer Studie Energieperspektiven 2050 auf.