Ausblick

  • Die Zukunftsmusik spielt nicht mehr in der Schweiz
  • Der Bundesrat verfolgt eine widersprüchliche Energiestrategie
  • Die Politik sollte Massnahmen einführen, welche ihre Wiederwahl gefährden

Heute blicken wir ins Ausland: Nach den energiepolitisch bewegten 70er und 80er Jahren hat die Schweiz ihre ökologische Vorreiterrolle längst eingebüsst. Heute blicken wir respektvoll nach Österreich, das die Schweiz in Sachen Nutzung von Holz- und Sonnenenergie um Längen überholt hat. Wir sind fasziniert ob der eindrucksvollen Dynamik, die Deutschland mit einer klaren auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien ausgerichteten Energiepolitik erzeugt hat. Oder wir staunen über die ehrgeizigen Ziele der EU, die den Energieverbrauch bis 2020 um 20% und den CO2-Ausstoss um bis zu 30% reduzieren will. Im Vergleich dazu fristet die Schweiz geradezu ein Mauerblümchendasein.

Der Bundesrat verfolgt eine widersprüchliche 4-Säulenstrategie: von der Förderung der Energieeffizienz über die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien bis zum Neubau von fossilen und nuklearen Grosskraftwerken. Mit dieser Strategie wird die Schweiz weder die Vorgaben der Klimawissenschaft (Reduktion der CO2-Emissionen um 50% - 60% bis 2035) noch das vom Bundesrat verfolgte Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft (Reduktion des Energieverbrauchs um 2/3) erreichen. Dies ist nur möglich mit einer entschlossenen auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien ausgerichteten Energiestrategie wie sie nicht nur die Energieperspektiven der Umweltorganisationen und der Klimamasterplan der Klima-Allianz aufzeigen, sondern auch die Energieperspektiven des Bundesamtes für Energie (Szenario IV).

Handeln ist billiger als warten: Der Einstieg in diesen Klimaschutzpfad führt über verbindliche Zieldefinitionen (Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäude- und Strombereich, Anteil erneuerbare Energien) sowie eine umfassende ökologische Steuerreform mit einer staatsquotenneutralen Lenkungsabgabe auf sämtliche erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Brenn- und Treibstoffe. Als nächster konkreter Schritt muss darum das Ziel der Klima-Initiative in die Tat umgesetzt werden. Sie verlangt eine CO2-Reduktion von mindestens 30% bis 2020.