Atommüll ist ein Problem für mehr als 1'000'000 Jahre

  • Strahlendes Erbe für Hunderttausende von Jahren.
  • Bis heute hat kein Land eine "Lösung" für den hochradioaktiven Müll.
  • Die Entsorgungskosten für die nächsten tausend Jahre bezahlen die nächsten Generationen.

Ein Lager für radioaktiven Müll muss über 1'000'000 Jahren gekennzeichnet werden Hochradioaktive Abfälle sind abgebrannte UranbrennstäbeHeute lagert der Schweizer Atommüll an verschiedenen Standorten und wartet auf eine Lösung©Signum/GreenpeaceHochradioaktive Abfälle strahlen noch 983'000 Jahren länger.

Ein AKW produziert radioaktiven Müll. Schon beim Bau des ersten AKW war klar: Ein Reaktor produziert radioaktiven Müll, der wegen seiner Radioaktivität bis zu einer Million Jahre lang von Menschen fern gehalten werden muss. Nach Rückbau der heutigen Schweizer AKW werden ca. 100'000m3 radioaktiver Abfall vorhanden sein. Das entspricht etwa dem Volumen der Halle des Zürcher Hauptbahnhofs.

Unüberblickbare Zeiträume: 1'000'000 Jahre sind lang, auch für Geologen. Für Menschen sind solche Zeiträume nicht überblickbar. Sicherheit für die nächsten Hunderttausend Jahre zu garantieren ist unmöglich. Der Vergleich: Die letzten Gletscher haben vor 15'000 Jahren unser Land umgepflügt. Wie kann gewährleistet werden, dass nicht in 1'000 Jahren genau dort, wo ein geologisches Tiefenlager liegt, nach Geothermie oder anderen Ressourcen gebohrt wird? Dabei stellt sich die unlösbare Frage, wie wir ein unterirdisches Giftmülldepot für die nächsten Generationen oberirdisch kennzeichnen können. Ein weiterer Vergleich: Die ältesten Schriften sind 77'000 Jahre alt. Entziffern können wir sie heute nicht mehr.

Wiederaufbereitung vergrössert das Problem. Die Wiederaufbereitung von abgebrannten Elementen vervielfacht das Volumen von radioaktivem Müll. Bei der Wiederaufbereitung gelangen erheblich grössere Mengen radioaktiver Substanzen in die Umwelt als beim Betrieb eines Atomkraftwerks (auf dieselbe Brennstoffmenge bezogen). Die Wiederaufbereitungsanlagen sind zudem unwirtschaftlich und dienen vor allem der Produktion von waffenfähigem Plutonium.

Atommüll XY ungelöst: Nach rund 40 Jahren Forschung ist noch immer kein Durchbruch in der sicheren Entsorgung des radioaktiven Abfalls in Sicht. Ungelöst bleiben die wesentlichen technischen Fragen und der Umgang mit den langen Zeiträumen. Zudem ist das Verfahren undemokratisch. Bis heute weiss niemand, ob das geplante Atommülllager schwere Erdbeben übersteht, wie es langfristig zu überwachen und zu markieren ist oder wie die Abfälle bei Lecks allenfalls wieder geborgen werden können. Die passive Sicherheit, oder besser gesagt das «Aus den Augen aus dem Sinn»-Prinzip, das die Nagra vorschlägt, ist für Abfälle dieser Giftigkeit keine Lösung. Der vom Bundesrat gutgeheissene Entsorgungsnachweis ist unter diesen Umständen Makulatur.

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