Atomenergie

  • Die Atomtechnologie wurde für die Atombombe entwickelt.
  • Die Atomenergie ist mit mindestens zwei unlösbaren Problemen verbunden: Das Restrisiko und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle.
  • Von Renaissance keine Spur: Weltweit geht die Anzahl Reaktoren zurück.

70% der Energie geht als Abwärme über den Kühlturm verlorenBeznau ist das älteste AKW der Welt.Leibstadt war das teuerste AKW der SchweizDie Schweizer Stromproduktion stammt noch immer vor allem aus Wasserkraft und Atomkraft.

Die Atomtechnologie wurde für die Atombombe entwickelt. Die Atomenergie beruht auf einer hochgefährlichen Technologie, die für militärische Zwecke entwickelt wurde. Nach den Verwüstungen in Hiroshima und Nagasaki wurde diese Technologie zur Erzeugung von Strom weiterentwickelt.

Zitat Albert Einstein: „Ich habe in meinem Leben einen grossen Fehler gemacht…als ich den Brief an Präsident Roosevelt unterzeichnete, in dem ich empfahl Atombomben zu bauen.

Die Euphorie ist verflogen, die Probleme sind geblieben. Die Faszination einer neuen und mächtigen Technologie führte in den 1960er Jahren zu einer Baueuphorie von Atomkraftwerken. Staat, Militär und Forschung förderten die Entwicklung der Atomtechnologie. In der Schweiz wurden von elf geplanten Reaktoren fünf gebaut. Die Euphorie ist verflogen, die Probleme sind geblieben. Beispiele sind das Restrisiko und die Strahlen-Gefahren, der Atommüll und die Endlichkeit des Rohstoffs Uran, die Atomwaffen und letztlich die kostspieligen Folgen, wie die Stilllegung alter AKW und die Lagerung des Atommülls.

Weltweites AKW-Sterben. Nach dem Bauboom in den 1960er und 1970er Jahren gingen die Bauaufträge für Atomreaktoren auf Grund von Fehleinschätzungen der Kosten und Risiken rapide zurück. Heute sind 437 AKW weltweit in Betrieb. In den nächsten 20 Jahren erreichen über die Hälfte der weltweiten AKW ihre Altersgrenze und müssen vom Netz. Alleine in Europa werden bis 2025 ca. 50 laufende AKW stillgelegt. Nach dem GAU in Fukushima wurden alleine in Deutschland acht AKW «frühzeitig» vom Netz genommen. Um den heutigen Atomkraftwerkpark aufrecht zu erhalten, müsste schon heute jede sechste Woche ein neues AKW in Betrieb genommen werden. Von einer Renaissance kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Es beginnt das teure Atomzeitalter des Rückbaus, der Dekontamination und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle.

Die Schweiz betreibt derzeit fünf Reaktoren: Mühleberg, Beznau I und Beznau II, Gösgen und Leibstadt. Diese liefern 35% der Schweizer Stromproduktion und 9% der Energie. Aus Sicherheitsgründen müssen AKW nach einer gewissen Betriebszeit stillgelegt werden. Die weltweit durchschnittliche Lebensdauer eines AKW beträgt heute 23 Jahre. Beznau und Mühleberg sind schon über 40 Jahre alt. Kraftwerke des Typs Mühlebergs wurden im Ausland längst ausrangiert. Nach dem Unfall in Fukushima haben Bundesrat, National- und Ständerat den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Die Neubaupläne der Stromwirtschaft wurden damit beerdigt. Die Gesetzesgrundlage dazu muss aber erst noch erarbeitet werden. Wann die Schweizer Uralt-Reaktoren vom Netz gehen werden bleibt aber unklar. Gemäss Gesetz können sie «so lange sie sicher sind» in Betrieb bleiben.

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