Die anderen Energienachrichten der SES Nr. 87 - Juli 2014

  • Costa Rica ist Weltmeister
  • Clean Energy Clip Award - die (internationalen) Siegerfilme
  • SES-Fachtagung im September: Fossile Schweiz - Der Preis der Abhängigkeit
  • Fukushima: Kritiker in Atomregulierungs-Ausschuss durch Atombefürworter ersetzt
  • El Hierro, die erneuerbare Insel
  • Blödsinn, Verschwendung, Katastrophe – die zweite Gottharddröhre
  • Die Energiewende hat ein Kommunikationsproblem
  • Energiewendefestival im September
  • Solarrekord in Deutschland

 

Costa Rica ist Weltmeister

Deutschland hat gegen Argentinien gewonnen. Wir reden hier aber nicht vom WM-Final, sondern von unserem Energie-Vergleich der beiden WM-Finalisten. Zwar sind heute in Deutschland noch neun Atomkraftwerke in Betrieb, in Argentinien hingegen nur deren zwei. Aber während Deutschland den definitiven Ausstieg auf das Jahr 2022 beschlossen hat, baut und plant Argentinien weitere Atommeiler. Auch bei den neuen erneuerbaren Energien hat «Schland» die Nase vorn: Der Anteil an der Stromproduktion lag 2011 schon bei 19,2%, in Argentinien hingegen bei nur 2,1%. Gesamtsieger in der erneuerbaren Welt ist aber Costa Rica mit einem Anteil an erneuerbarer Stromproduktion von 91,9%.

» Noch mehr WM-Energiedaten auf der SES-Website

 
 
 

Clean Energy Clip Award - die (internationalen) Siegerfilme

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat mit ihrem Wettbewerb, dem Clean Energy Clip Award, die drei besten Kurzfilme zum Thema «A renewable world in 30 seconds» gesucht - und gefunden. An der Preisverleihung in Zürich hat der Animationsfilm von Ninaad Kulkarni aus Mumbai den ersten Preis erhalten (» Film auf Youtube). Der zweite Preis, ebenfalls ein Animationsfilm, ging an die Berliner Architektin Vanessa Riecke (» Film auf Youtube). Für ihren radikal einfachen Film zum Thema Wasserkraft wurden Rafael Sommerhalder und Zita Bernet aus Zürich mit dem dritten Preis ausgezeichnet (» Film auf Youtube).

 
 
 

SES-Fachtagung im September: Fossile Schweiz - Der Preis der Abhängigkeit

Unsere Energieversorgung ist von Erdöl und Erdgas abhängig – und die Risiken dieser Abhängigkeit werden sich verschärfen. Schiefergas oder Schieferöl sind nur vordergründig Alternativen. Wie kann sich die Schweiz aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen – und vom Ausland – befreien? Die SES-Fachtagung geht diesen Fragen auf den Grund: am 26. September im Technopark in Zürich.

» Informationen und Anmeldung

 
 
  Fukushima: Kritiker in Atomregulierungs-Ausschuss durch Atombefürworter ersetzt

Japan wollte den «Atomfilz» entflechten – doch das Projekt ist bereits beim neuen Amt für Nukleare Sicherheit gescheitert. Jetzt  verletzt auch die Wahl eines neuen Mitglieds des Atomregulierungs-Ausschusses die Regel der früheren Regierung, wonach Ausschussmitglieder in den letzten drei Jahren keine Honorare von der Nuklearindustrie erhalten haben dürfen. Parlament und Regierung wählten als neues Mitglied Satoru Tanaka, der als Präsident einer Branchenorganisation der Nuklearindustrie amtiert hat und bis dieses Jahr Geld von der Atomindustrie erhalten hat. Die japanische Regierung hat ihn anstelle des Atomkritikers Kunihiko Shimazaki, einen Seismologen, eingesetzt.(Quellen: Tokyo-Shinbun, Chushokigyo-Doyukai)

» Lesen Sie einen ausführlichen Bericht auf der SES-Webseite

 
 
 

El Hierro, die erneuerbare Insel

Auf El Hierro hat die Energiewende bereits stattgefunden: Die kleinste der Kanarischen Inseln setzt nur noch auf grüne Energie. Ein Windpark aus fünf Windrädern liefert den knapp 11'000 BewohnerInnen (fast) alle Energie, die sie brauchen. Die bisherig genutzten Dieselgeneratoren sollen nur noch im Notfall eingesetzt werden. Bis in sechs Jahren sollen auch alle 6000 Fahrzeuge der Insel ausschliesslich mit Wind-Elektrokraft laufen.

 
 
 

Blödsinn, Verschwendung, Katastrophe – die zweite Gottharddröhre

Alle paar Jahre müssen die Schweizer Stimmberechtigten über eine zweite Strassenröhre am Gotthard abstimmen. Diesmal kommt der Vorschlag für das unsinnige Loch von der Verkehrsministerin Doris Leuthard persönlich. Die zweite Strassenröhre am Gotthard ist und bleibt verkehrspolitisch ein Blödsinn, finanzpolitisch eine Verschwendung und umweltpolitisch eine Katastrophe. Die SES will und kann die dreisten RöhrenbauerInnen und LastwagenlobbyistInnen stoppen. Mit dem Referendum und der Volksabstimmung gegen den Röhrenblödsinn. Im Zeitraum Oktober bis Dezember 2014 müssen wir zusammen mit anderen umwelt- und verkehrspolitischen NGO 50'000 Unterschriften zusammen bringen, damit die Stimmbevölkerung nochmals in aller Deutlichkeit Nein zur 2. Gotthardröhre sagen kann. Die SES wird Sie auf dem Laufenden halten. Vorläufige Infos finden Sie bei der » Alpen-Initiative.

 
 
 

Die Energiewende hat ein Kommunikationsproblem

Teuer, ineffizient, wirtschaftsschädigend - das liest man in den deutschen Medien über die Energiewende. Zwar finden die Ziele der Energiewende noch immer die ideelle Unterstützung der breiten Masse, doch der gesellschaftliche Konsens, dass die Wende machbar und für alle zahlbar sei, beginnt zu verfliegen. Claudia Kemfert ortet in ihrem Artikel in The European ein Kommunikationsproblem: Die Medien würden ausschliesslich die negativen Aspekte kommunizieren, die Vorteile würden verschweigen. Über drohende Blackouts, Stromgeschenke und enorme Subventionen wird berichtet, nicht aber über neue Arbeitsplätze, mehr Innovation und gesunkene Börsenpreise.

 
 
  Energiewendefestival im September

Die Energiewende findet statt – am Energiewendefestival vom  12. bis 14. September in Rubigen bei Bern. Greis, Steff La Cheffe und Knackeboul feiern eine musikalische Energiewende, an vielen Ständen lässt sich die Energiewende erleben. Vor allem ist das Energiewendefetsival aber DER Ort, um Informationen zur Wende zu finden, sich zu vernetzen und auszutauschen.


 
 
 

Solarrekord in Deutschland

Wenn der Sommer in den hiesigen Breitengraden tatsächlich Einzug hält, können die Photovoltaik-Anlagen zeigen, was sie leisten können. So geschehen letzten Monat: In den ersten Juni-Wochen haben die PV-Anlagen in Deutschland 1.26 Terawattstunden Strom produziert – ein neuer Rekordwert. Zusammen mit der Windkraft hat die Sonne in der allerersten Juniwoche mehr Strom erzeugt als die Kernkraft.


 
 

No new comments allowed (anymore) on this post.