Fukushima-News: Die Zukunft ist erneuerbar!
Die Themen im Oktober-Blog:
- Die Japan Renewable Energy Foundation
- Auch die Industrie ist erwacht
- Auch in den Provinzen tut sich was
- Der Megasolarboom
- Historische Grossdemonstration in Tokyo
- 100 Prozent-Szenario für Japan
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Die Gründung der Japan Renewable Energy Foundation
Eine der Hauptakteure der japanischen Energiewende ist Masayoshi Son, Milliardär, Gründer und Präsident der SOFTBANK, eines grossen Telekommunikationskonzerns. Mitte September hat Son die Japan Renewable Energy Foundation gegründet und aus privaten Mitteln eine Milliarde Yen (ca. 10 Millionen Franken) gestiftet. Die Stiftung will rund Hundert der besten Fachleute im Bereich der erneuerbaren Energien aus dem In- und vor allem Ausland zusammenbringen, sie vernetzen und neuen Wind in die in Japan seit Jahrzehnten unterentwickelten erneuerbaren Energien bringen. Die Stiftung will eine effiziente Politik und Geschäftsmodelle zur Förderung der Energiewende vorschlagen. Als Präsident wurde Tomas Ka°berger, bisher Leiter des schwedischen Amtes für Energie und langjähriger Atomgegner gewählt.
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Auch die Industrie ist erwacht
Parallel zur Japan Renewable Energy Foundation ist die Japan Renewable Energy Platform gegründet worden. Als Vereinigung der Branchenorganisationen Solar, Wind, Kleinwasser, Geothermie, Biomasse vernetzt sie und betreibt Lobbyarbeit für Erneuerbare.
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Auch in den Provinzen tut sich was
Masayoshi Son hat die Provinzpräsidenten zusammengeführt und zusammen mit ihnen im Juli einen Rat für Erneuerbare Energien gegründet. Gemeinsam wollen sie dem Staat Vorschläge für günstige Rahmenbedingungen und Unterstützung einer raschen Entwicklung von Erneuerbaren unterbreiten. Auch die Information über beste Beispiele, der Erfahrungsaustausch und gemeinsames Vorgehen sind Ziele des Rates. Bisher sind 35 von 47 Präfekturen (Provinzen) beteiligt. Dies ist eine historische Neuerung, denn bisher wurde die Energiepolitik vom japanischen Staat zentralistisch bestimmt, und es bestanden diesbezüglich auch keine horizontalen Verbindungen zwischen den Provinzen. Der Staat und die grossen Elektizitätsunternehmen hatten das Sagen.
Der Megasolarboom
Am 11. März 2011 – am gleichen Tag wie die AKW-Katastrophe von Fukushima – hat die japanische Regierung die kostendeckende Einspeisevergütung für alle Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien beschlossen. Am 26. August hat auch das Parlament zugestimmt. Die KEV wird im Sommer 2012 starten – bis dahin werden die genauen Regeln festgelegt. Auf diesem Hintergrund dürfte in Japan ein Solarboom ausgelöst werden. SOFTBANK möchte mit 10 bis 20 Milliarden Yen eine neue Firma für Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen gründen. In Zusammenarbeit mit den Präfekturen will SOFTBANK auf verlassenen Landwirtschaftsflächen an 10 verschiedenen Orten Japans grosse PV-Anlagen mit je 20 MWp realisieren. Die Gemeinden reissen sich darum. Angeregt durch SOFTBANK möchte auch der grösste Mobiltelefonanbieter NTT docomo grosse PV-Anlagen bauen – auf eigenem Gelände.
Historische Grossdemonstration für den Atomausstieg in Tokyo
Das hat es im Land der aufgehenden Sonne noch nie gegeben: Zehntausende gingen am 11. September in Tokyo für den Atomausstieg auf die Strasse. Die Polizei griff ein, verhaftete 12 Leute grundlos und hielt sie in Haft. Trotz dieser Einschüchterung gingen eine Woche später, am 19. September 60‘000 Menschen in Tokyo auf die Strasse. Ein wahrhaft historisches Ereignis in einem Land, wo Demonstrationen und Bürgerbewegungen nur in kleinem Rahmen stattgefunden haben.
100 Prozent-Szenario für Japan
Greenpeace International hat im September ein 100% Erneuerbar-Szenario für Japan veröffentlicht. Darin wird aufgezeigt, dass auch wenn 2012 alle japanischen AKWs vom Netz gehen sollten, die Stromversorgung gesichert ist. Bis 2020 könnte Japan durch Sparen, Effizienz und Zubau von Erneuerbaren 43% des Strombedarfs aus Erneuerbaren decken. Gleichzeitig könnte der CO2-Ausstoss um 25% reduziert werden.
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