Haftpflichtversicherung für AKW bleibt lächerlich tief

Zürich, 25. März 2015 - Medienkommentar zur Totalrevision der Kernenergie-haftpflichtverordnung: Heute verabschiedete der Bundesrat die Totalrevision der Kernenergie-haftpflichtverordnung. Diese regelt den Vollzug des Kernenergiegesetzes, das eine Deckungssumme von 1,2 Milliarden Euro (mit heutigem Wechselkurs: rund 1,3 Milliarden Schweizer Franken) pro AKW vorschreibt. Die heute verabschiedete Verordnung reduziert die Deckung durch Privatversicherer neu auf 500 Millionen Schweizer Franken. Der Rest wird vom Bund übernommen. In Hinblick auf die Alterungsrisiken des Schweizer AKW-Parks mit dem weltweit ältesten AKW (Beznau I) wurde es den Privatversicherern bei diesen 1,2 Milliarden offenbar zu heiss.
Die Haftpflichtversicherung der Schweizer AKW ist angesichts der möglichen Schäden lächerlich tief: ein GAU kostet gemäss Schätzungen des Bundes zwischen 88 und 8000 Milliarden Schweizer Franken. Die Kosten in Fukushima werden heute mit rund 200 Milliarden Dollar veranschlagt.

Kommt es in der Schweiz zu einem AKW-Unfall, wird die Bevölkerung die Kosten tragen müssen. Aufgrund der fehlenden Versicherungsdeckung kommt die Regelung des Bundesrates einer indirekten Subvention gleich. Atomstrom ist und bleibt künstlich verbilligt.


Weitere Auskünfte:
Sabine von Stockar, SES-Projektleiterin Strom&Atom
Telefon: 079 223 56 86
Mail:

Strategie Stromnetze: SES-Stellungnahme

Zürich, 16. März 2015 - SES-Stellungnahme: Parallel zur Energiestrategie 2050 erarbeitet der Bund die Strategie Stromnetze mit dem Ziel, «Engpässe» zu beseitigen und das Übertragungsnetz rascher auszubauen. Das ist unnötig, meint die SES und lehnt es daher auch ab, dass Stromleitungen «nationale Bedeutung» erhalten. Die Vernehmlassung für den Gesetzesentwurf zur Strategie Stromnetze endet heute, die SES nimmt an der Vernehmlassung teil.

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Strategie Stromnetze: Neue Hochspannungs-leitungen für noch mehr Stromhandel und mehr Dreckstromimporte?

Zürich, 16. März 2015 - SES-Medienmitteilung: Parallel zur Energiestrategie 2050 erarbeitet der Bund die Strategie Stromnetze mit dem Ziel, «Engpässe» zu beseitigen und das Übertragungsnetz rascher auszubauen. Das ist unnötig, meint die SES und lehnt es daher auch ab, dass Stromleitungen «nationale Bedeutung» erhalten. Was im Gesetzesentwurf fehlt, ist die Differenzierung der Funktionalität des Stromnetzes: Kommen die Engpässe durch den kommerziellen Stromhandel oder die Versorgungssicherheit zustande? Solange das nicht klar ist, ist wenig Akzeptanz für neue Leitungen zu erwarten. Der Gesetzesentwurf ist bis 16. März in der öffentlichen Vernehmlassung.

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Lenkungssystem: Stossrichtung stimmt, aber...

Zürich, 13. März 2015 - SES-Medienmitteilung: Der Bundesrat hat heute die Vernehmlassung zu einem neuen Verfassungsartikel für ein Klima- und Energielenkungssystem (KELS) eröffnet. Im Rahmen der Energie-strategie 2050 soll das Fördersystem ab 2021 schrittweise von einem Lenkungssystem abgelöst werden. Die SES begrüsst diese Stossrichtung grundsätzlich. Allerdings sind die Abgabesätze zu schwach und der Verzicht auf eine Treibstoffabgabe ist verfehlt. So lassen sich die Energie- und Klimaziele des Bundesrates kaum erreichen.

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Energiewende: Der Blick aufs Ganze

Zürich, 11. März 2015 - SES-Medienmitteilung / offene E-Mail an die Mitglieder der Energiekommission des Ständerates:

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat den Mitgliedern der Energiekommission des Ständerates (UREK-S) heute eine offene E-Mail geschrieben. Die ParlamentarierInnen der UREK-S werden am 30. März mit der Detailberatung der Energiestrategie 2050 beginnen.

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SES-Studie: Kantone - Treiber und Gewinner der Energiwende

Kantone - Treiber und Gewinner der Energiewende

Energieverbrauch und Mittelabfluss durch den Energieimport

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Mundtotes Fukushima

Wenig hören wir hierzulande vier Jahre nach dem 11. März 2011 über die Folgen des Atomunfalls von Fukushima. Mit einfachem Grund: Die schrecklichen Auswirkungen der radioaktiven Bestrahlung werden unter den Tisch gewischt. Drahtzieher der Vertuschung sind die japanische Regierung, die Betreiberfirma der Reaktoren (Tepco) sowie die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO).

Ein Beispiel: Nach dem Reaktorunfall widmete das bekannte Manga (japanisches Comic) „Oishinbo“ der Situation in Fukushima zwei Folgen. Die Herausgeber wurden darauf scharf kritisiert und wurden beschuldigt Fehlinformationen zu verbreiten. Schliesslich wurde auf Druck der Regierung die über 30-jährige Mangaserie sogar eingestellt.

Die SES hat im Gedenken an Fukushima und als Zeichen des Widerstands gegen die Vertuschung der atomaren Folgen, die entsprechenden Mangas in die Schweiz geholt. Exklusiv für Sie hier erstmals auf Deutsch einige der „kritischen“ Ausschnitte aus „Oishinbo – Die Wahrheit über Fukushima“!

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Abstimmung in Tramelan: Die Win-Wind-Situation

Zürich, 8. März 2015 - SES-Medienmitteilung / communiqué de presse:

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Heute hat die jurassische Gemeinde Tramelan Ja gesagt zum geplanten Windpark. Damit gewinnt nicht nur die Gemeinde einen eigenen Windpark, sondern auch die Energiewende in der Schweiz. Die Windenergie hat es nicht leicht, in den letzten Jahren konnten kaum neue Windkraftanlagen eingeweiht werden, Projekte stossen oft auf lokalen Widerstand. In Tramelan hat es aber nicht nur ein Gegner-, sondern auch ein Unterstützer-Komitee gegeben. Explizite lokale Befürwortung von geplanten Windparks ist in der Schweiz neu, bisher hörte man vor allem vom Widerstand der Anwohnerinnen und Zweitwohnungsbesitzer. «Das ist ein Zeichen, dass die Akzeptanz für die Windenergie wächst.» interpretiert SES-Projektleiter Felix Nipkow. «Zu Recht, sie ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende!» Die sorgfältige Planung des Projektes und der Einbezug der AnwohnerInnen hat sicher dazu beigetragen.

Die Energiewende findet statt, an diesem Wochenende in der Gemeinde Tramelan. Felix Nipkow meint: «Eine Win-Wind-Situation für Tramelan und die Energiewende». Die SES gratuliert den StimmbürgerInnen von Tramelan zu diesem Entscheid.

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Energie und Umwelt 1/2015: Bundesbern unter Strom

  • Energiestrategie 2050: Wo bleibt der Atomausstieg?
  • Im Gedenken an Fukushima: 120'000 Menschen ohne Heimat
  • Auf dem sicheren Weg zu einem unsicheren Atommülllager

Wo bleibt der Atomausstieg?

SES-Veranstaltung vom Montag, 20. April 2015 im Volkshaus Zürich: «Wo bleibt der Atomausstieg? - Energiestrategie 2050 unter der Lupe»:
Obwohl der Bundesrat nach der Katastrophe in Fukushima den Atomausstieg proklamierte, begrenzte er die Laufzeit der bestehenden AKW in seiner Energiestrategie 2050 nicht. Der Nationalrat folgte ihm. Aus Sicherheitsgründen dürften AKW maximal 40 Jahre laufen, Mühleberg und Beznau haben diese Grenze längst überschritten. Die erneuerbaren Energien sind wegen marktverzerrenden Subventionen für Atomstrom weiterhin auf eine Förderung angewiesen, die Energiestrategie 2050 bremst auch hier. Wo bleibt der Atomausstieg? Welche politischen Massnahmen brauchen die Effizienz- und Erneuerbaren-Branche?

 

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