«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!»

Kommentar von SES-Projektleiterin Katja Jent zum heutigen weltweiten Klimastreiktag und konkreten Lösungsansätzen im Gebäudebereich in Bezug auf die Schweizer Politik.

Den Jungen reicht’s. Seit Wochen gehen sie im ganzen Land zu Tausenden auf die Strasse, um gegen den fortschreitenden Klimawandel zu demonstrieren. Ihre Forderungen richten sich in erster Linie an meine und ältere Generationen, die aus Sicht der Jugend in der Klimafrage versagt haben. Sie verlangen einen Systemwandel und Greta Thunberg mahnt: «Unser Haus brennt.» Diesen Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen.

Zwar hat die Schweizer Stimmbevölkerung 2017 Ja gesagt zur Energiestrategie 2050, aber deren Umsetzung kommt nur sehr schleppend oder gar nicht voran. Es fehlen schlicht die politischen Anreize, um wichtige Schritte zur Steigerung der Energieeffizienz oder zum Ausbau neuer erneuerbarer Energien in Angriff zu nehmen. Meist wird dabei mit zu hohen Kosten argumentiert, doch solange wir mögliche Umweltschäden nicht als Kostenfaktor akzeptieren, wird sich leider wenig bewegen. Im Februar dieses Jahres hat zum Beispiel die Bevölkerung des Kantons Bern genau aus diesem Grund ein neues Energiegesetz an der Urne versenkt. Dieses Gesetz hätte mitunter im Gebäudebereich griffige Massnahmen verlangt.

Dabei sollten wir gerade im Gebäudebereich den Hebel ansetzen, denn dieser verbraucht satte 50% des gesamten Schweizerischen Energiebedarfs. Gleichzeitig ist er für 40% des inländischen CO2-Ausstosses verantwortlich. Mit konkreten Umsetzungsplänen wie dem Ersatz fossiler Heizungen durch erneuerbare Systeme, besserer Dämmung und der Vermeidung von grauer Energie könnten wir sowohl den Verbrauch als auch die Emissionen drastisch senken und damit einen ganz konkreten Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele leisten.

Der Klimawandel ist ein globales Problem, das wir nur lösen können, wenn alle - auch die kleine Schweiz - ihren Teil des dringend nötigen Engagements erbringen. Es ist an der Zeit, dass wir endlich Verantwortung übernehmen und auf die Forderungen der Jugendlichen auf der Strasse eintreten. Es geht um viel, nämlich um die Zukunft unserer Kinder, die wir ihnen nicht «klauen» dürfen.

Lesen Sie mehr zu den Problemfeldern und konkreten Lösungsansätzen in der jüngsten Ausgabe unseres Magazins «Energie und Umwelt».

Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht,

Katja Jent

Katja Jent
Co-Leiterin Finanzen & Administration

Tel. 044 275 21 21
Mail: katja.jent
@energiestiftung.ch

E&U: Klima - Unser Haus brennt

AKW sind keine Klimalösung

Zurück

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!»

Kommentar von SES-Projektleiterin Katja Jent zum heutigen weltweiten Klimastreiktag und konkreten Lösungsansätzen im Gebäudebereich in Bezug auf die Schweizer Politik.

Den Jungen reicht’s. Seit Wochen gehen sie im ganzen Land zu Tausenden auf die Strasse, um gegen den fortschreitenden Klimawandel zu demonstrieren. Ihre Forderungen richten sich in erster Linie an meine und ältere Generationen, die aus Sicht der Jugend in der Klimafrage versagt haben. Sie verlangen einen Systemwandel und Greta Thunberg mahnt: «Unser Haus brennt.» Diesen Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen.

Zwar hat die Schweizer Stimmbevölkerung 2017 Ja gesagt zur Energiestrategie 2050, aber deren Umsetzung kommt nur sehr schleppend oder gar nicht voran. Es fehlen schlicht die politischen Anreize, um wichtige Schritte zur Steigerung der Energieeffizienz oder zum Ausbau neuer erneuerbarer Energien in Angriff zu nehmen. Meist wird dabei mit zu hohen Kosten argumentiert, doch solange wir mögliche Umweltschäden nicht als Kostenfaktor akzeptieren, wird sich leider wenig bewegen. Im Februar dieses Jahres hat zum Beispiel die Bevölkerung des Kantons Bern genau aus diesem Grund ein neues Energiegesetz an der Urne versenkt. Dieses Gesetz hätte mitunter im Gebäudebereich griffige Massnahmen verlangt.

Dabei sollten wir gerade im Gebäudebereich den Hebel ansetzen, denn dieser verbraucht satte 50% des gesamten Schweizerischen Energiebedarfs. Gleichzeitig ist er für 40% des inländischen CO2-Ausstosses verantwortlich. Mit konkreten Umsetzungsplänen wie dem Ersatz fossiler Heizungen durch erneuerbare Systeme, besserer Dämmung und der Vermeidung von grauer Energie könnten wir sowohl den Verbrauch als auch die Emissionen drastisch senken und damit einen ganz konkreten Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele leisten.

Der Klimawandel ist ein globales Problem, das wir nur lösen können, wenn alle - auch die kleine Schweiz - ihren Teil des dringend nötigen Engagements erbringen. Es ist an der Zeit, dass wir endlich Verantwortung übernehmen und auf die Forderungen der Jugendlichen auf der Strasse eintreten. Es geht um viel, nämlich um die Zukunft unserer Kinder, die wir ihnen nicht «klauen» dürfen.

Lesen Sie mehr zu den Problemfeldern und konkreten Lösungsansätzen in der jüngsten Ausgabe unseres Magazins «Energie und Umwelt».

Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht,

Katja Jent

Katja Jent
Co-Leiterin Finanzen & Administration

Tel. 044 275 21 21
Mail: katja.jent
@energiestiftung.ch

E&U: Klima - Unser Haus brennt

AKW sind keine Klimalösung

Zurück