Eine Kernschmelze in der Schweiz - Hättest du's gewusst?

Ein fast vergessenes Kapitel der Schweizer Nuklear-Geschichte: Am 21. Januar 1969 ereignete sich im Schweizer Versuchsreaktor in Lucens (VD) eine Kernschmelze. Kalter Kaffee? Nein, auch heute gibt es bei der AKW-Sicherheit bedenkliche Tendenzen.

Die Schweizer Kernschmelze in Lucens - ein Störfall des Schweregrads 5 von 7 auf der INES-Skala - verschwindet langsam aus dem kollektiven Gedächtnis. Auch dass ursprünglich militärische Absichten Grund für die Nutzung der Atomenergie waren, wie der Historiker Michael Fischer in seinem Buch «Atomfieber» feststellt, ist nicht mehr allen geläufig. Und mit dem JA 2017 zur Energiestrategie 2050 und damit zu einem Neubau-Verbot von AKW in der Schweiz ist das Kapitel «Atomenergie» für viele abgeschlossen.

Doch es ist dringend nötig, auch heute genau hinzuschauen. Der Bund ändert unter dem Druck der Atomlobby die gesetzlichen Bestimmungen an Volk und Parlament vorbei so ab, dass die bestehenden AKW praktisch ohne sicherheitstechnische Nachrüstungen am Netz bleiben können. Das ist brandgefährlich: In Japan schuf 2011 die allzu grosse Nähe zwischen Betreibern, Aufsicht und Regierung überhaupt erst die Voraussetzungen dafür, dass die Katastrophe von Fukushima eintreten konnte.

Die SES setzt sich dafür ein, dass der Atomausstieg in der Schweiz zügig und vor allem sicher vonstatten geht. Halte dich auf dem Laufenden:

 

Weiterführende Informationen

Die Kernschmelze von Lucens

Trotz schwerwiegender Mängel wird am 21. Januar 1969 der Atomversuchsreaktor in Lucens wieder in Betrieb genommen. Kurz nach 17.15 Uhr kommt es zur Explosion und Kernschmelze. Die Schweiz schrammt nur knapp am Super-GAU vorbei.

» Artikel von Historiker Michael Fischer

 

Bau und Weiterbetrieb von unwirtschaftlichen AKW in der Welt – warum bloss?

Der «World Nuclear Industry Status Report» dokumentiert seit über zehn Jahren die weltweite Entwicklung der Atomindustrie. Neubau und Weiterbetrieb von alternden AKW werden teurer, Erneuerbare dagegen immer billiger. Trotzdem halten vor allem Atomwaffenstaaten an der Technologie fest. Warum?

» Artikel von Mycle Schneider, Energie- und Atompolitikberater

 

Valentin Schmidt

Valentin Schmidt
Leiter Politik & Kommunikation

Tel. 044 275 21 23
Mail:
valentin.schmidt@energiestiftung.ch
Twitter: @energiestiftung.ch

SES-Abendveranstaltung

SRF 10vor10

watson.ch zum Thema

Dok-Film Lucens 1969

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Ein fast vergessenes Kapitel der Schweizer Nuklear-Geschichte: Am 21. Januar 1969 ereignete sich im Schweizer Versuchsreaktor in Lucens (VD) eine Kernschmelze. Kalter Kaffee? Nein, auch heute gibt es bei der AKW-Sicherheit bedenkliche Tendenzen.

Die Schweizer Kernschmelze in Lucens - ein Störfall des Schweregrads 5 von 7 auf der INES-Skala - verschwindet langsam aus dem kollektiven Gedächtnis. Auch dass ursprünglich militärische Absichten Grund für die Nutzung der Atomenergie waren, wie der Historiker Michael Fischer in seinem Buch «Atomfieber» feststellt, ist nicht mehr allen geläufig. Und mit dem JA 2017 zur Energiestrategie 2050 und damit zu einem Neubau-Verbot von AKW in der Schweiz ist das Kapitel «Atomenergie» für viele abgeschlossen.

Doch es ist dringend nötig, auch heute genau hinzuschauen. Der Bund ändert unter dem Druck der Atomlobby die gesetzlichen Bestimmungen an Volk und Parlament vorbei so ab, dass die bestehenden AKW praktisch ohne sicherheitstechnische Nachrüstungen am Netz bleiben können. Das ist brandgefährlich: In Japan schuf 2011 die allzu grosse Nähe zwischen Betreibern, Aufsicht und Regierung überhaupt erst die Voraussetzungen dafür, dass die Katastrophe von Fukushima eintreten konnte.

Die SES setzt sich dafür ein, dass der Atomausstieg in der Schweiz zügig und vor allem sicher vonstatten geht. Halte dich auf dem Laufenden:

 

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Trotz schwerwiegender Mängel wird am 21. Januar 1969 der Atomversuchsreaktor in Lucens wieder in Betrieb genommen. Kurz nach 17.15 Uhr kommt es zur Explosion und Kernschmelze. Die Schweiz schrammt nur knapp am Super-GAU vorbei.

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» Artikel von Mycle Schneider, Energie- und Atompolitikberater

 

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