Flugverkehr und Klimaschutz?

Für KLUG, die Koalition Luftverkehr Umwelt und Gesundheit, verletzt der neue Konzeptteil des SIL das in der Bundesverfassung verankerte Ziel der Nachhaltigkeit. Das zur öffentlichen Mitwirkung aufliegende Projekt setzt ausschliesslich auf wachsenden Flugverkehr. Der Schutz des Klimas und der Bevölkerung wird in jeder Hinsicht mit Füssen getreten. KLUG fordert eine Neuauflage des Projekts und eine erneute Vernehmlassung. 

Der neue SIL-Konzeptteil ist auf die Absicherung eines uneingeschränkten Flugverkehrswachstums ausgerichtet. Er setzt denn auch auf den Ausbau der Flughäfen von nationaler Bedeutung und die Nutzung der regionalen und militärischen Flugplätze für den Linienverkehr. Diese Planung erfolgt angeblich im öffentlichen Interesse. Das öffentliche Interesse, wie es im Vernehmlassungsprojekt immer wieder bemüht wird, beschränkt sich im Wesentlichen allein auf die Interessen der Luftfahrtindustrie.

Der tatsächlich im öffentlichen Interesse liegende Klimaschutz wird vom neuen SIL-Konzeptteil hingegen völlig ausser Acht gelassen. Er legt keinerlei konkrete und realistische Lösungsansätze zur Reduktion der Flugverkehrsemissionen vor. Dabei trägt der Flugverkehr mehr als 18 Prozent zu den klimarelevanten Auswirkungen der Schweiz bei. Ohne konkrete Gegenmassnahmen wird der Luftverkehrssektor bis 2030 in der Schweiz zur wichtigsten Ursache für die Klimaerwärmung.

Unberücksichtigt im Projekt bleibt auch die Gesundheit der Bevölkerung. Dabei zeigen jüngste Studien, dass Personen, die regelmässig Fluglärm ausgesetzt sind, ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes haben. Die Nachtruhestörungen beeinträchtigen auch die kognitive Entwicklung der Kinder. Diese Risiken werden von den Bundesbehörden ausgeblendet, und das zur Mitwirkung aufliegende Projekt schliesst auch nicht aus, dass die Anzahl vom Luftverkehr betroffener Personen weiter steigt.

Für Priska Seiler Graf, Co-Präsidentin von KLUG, «verletzt der Konzeptteil des SIL in seiner aktuellen Form die verfassungsmässige Verpflichtung des Bundesrats, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen». KLUG verlangt eine Neuformulierung des Projekts, mit der dem Schutz des Klimas und der Gesundheit der Bevölkerung stärker Rechnung getragen wird.

Wenn die Schweiz tatsächlich auf eine nachhaltige Entwicklung setzen will, muss sie dringend konkrete Massnahmen zur Reduktion der Flugverkehrsemissionen treffen. KLUG verlangt deshalb insbesondere die Einführung einer Flugticket-Abgabe im Rahmen der aktuell laufenden Revision des CO2-Gesetzes.

Weitere Informationen

  • Priska Seiler Graf, Co-Präsidentin KLUG, 076 571 06 48
  • Lisa Mazzone, Co-Präsidentin KLUG, 077 404 16 08

» SES-Stellungnahme
» KLUG-Stellungnahme (pdf)

 

Florian Brunner

Florian Brunner
Projektleiter Fossile Energien & Klima

Tel. 044 275 21 24
Mail: florian.brunner@energiestiftung.ch
Twitter: @flo_brunn

Energie und Umwelt

gfs-Umfrage Flugticketabgabe

Bericht SRF Tagesschau

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Flugverkehr und Klimaschutz?

Für KLUG, die Koalition Luftverkehr Umwelt und Gesundheit, verletzt der neue Konzeptteil des SIL das in der Bundesverfassung verankerte Ziel der Nachhaltigkeit. Das zur öffentlichen Mitwirkung aufliegende Projekt setzt ausschliesslich auf wachsenden Flugverkehr. Der Schutz des Klimas und der Bevölkerung wird in jeder Hinsicht mit Füssen getreten. KLUG fordert eine Neuauflage des Projekts und eine erneute Vernehmlassung. 

Der neue SIL-Konzeptteil ist auf die Absicherung eines uneingeschränkten Flugverkehrswachstums ausgerichtet. Er setzt denn auch auf den Ausbau der Flughäfen von nationaler Bedeutung und die Nutzung der regionalen und militärischen Flugplätze für den Linienverkehr. Diese Planung erfolgt angeblich im öffentlichen Interesse. Das öffentliche Interesse, wie es im Vernehmlassungsprojekt immer wieder bemüht wird, beschränkt sich im Wesentlichen allein auf die Interessen der Luftfahrtindustrie.

Der tatsächlich im öffentlichen Interesse liegende Klimaschutz wird vom neuen SIL-Konzeptteil hingegen völlig ausser Acht gelassen. Er legt keinerlei konkrete und realistische Lösungsansätze zur Reduktion der Flugverkehrsemissionen vor. Dabei trägt der Flugverkehr mehr als 18 Prozent zu den klimarelevanten Auswirkungen der Schweiz bei. Ohne konkrete Gegenmassnahmen wird der Luftverkehrssektor bis 2030 in der Schweiz zur wichtigsten Ursache für die Klimaerwärmung.

Unberücksichtigt im Projekt bleibt auch die Gesundheit der Bevölkerung. Dabei zeigen jüngste Studien, dass Personen, die regelmässig Fluglärm ausgesetzt sind, ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes haben. Die Nachtruhestörungen beeinträchtigen auch die kognitive Entwicklung der Kinder. Diese Risiken werden von den Bundesbehörden ausgeblendet, und das zur Mitwirkung aufliegende Projekt schliesst auch nicht aus, dass die Anzahl vom Luftverkehr betroffener Personen weiter steigt.

Für Priska Seiler Graf, Co-Präsidentin von KLUG, «verletzt der Konzeptteil des SIL in seiner aktuellen Form die verfassungsmässige Verpflichtung des Bundesrats, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen». KLUG verlangt eine Neuformulierung des Projekts, mit der dem Schutz des Klimas und der Gesundheit der Bevölkerung stärker Rechnung getragen wird.

Wenn die Schweiz tatsächlich auf eine nachhaltige Entwicklung setzen will, muss sie dringend konkrete Massnahmen zur Reduktion der Flugverkehrsemissionen treffen. KLUG verlangt deshalb insbesondere die Einführung einer Flugticket-Abgabe im Rahmen der aktuell laufenden Revision des CO2-Gesetzes.

Weitere Informationen

  • Priska Seiler Graf, Co-Präsidentin KLUG, 076 571 06 48
  • Lisa Mazzone, Co-Präsidentin KLUG, 077 404 16 08

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Projektleiter Fossile Energien & Klima

Tel. 044 275 21 24
Mail: florian.brunner@energiestiftung.ch
Twitter: @flo_brunn

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