Atommüll: Es bleiben viele Fragen offen

Der Abschluss der Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager schränkt die Standortauswahl ein, bevor wichtige und grundlegende Fragen unter anderem zum Lagerkonzept beantwortet sind. Dieses Vorgehen führt in eine potenzielle Sackgasse. Die SES fordert den Bundesrat auf, die Klärung der offenen Fragen in Etappe 3 rasch anzugehen und einzufordern.

Der Bundesrat hat mit seinem heutigen Entscheid die Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager abgeschlossen. Er bestätigt den in der Vernehmlassung vorgeschlagenen 3x2-Entscheid für die Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost. Die SES anerkennt, dass dieser Entscheid aufgrund der bisherigen geologischen Kenntnisse auf Basis seismischer Messungen nachvollziehbar ist. Belastbare Abklärungen in der Tiefe, die die bisherigen Erwartungen bestätigen, müssen nun aber rasch ergebnisoffen und transparent sowie in ausreichender Anzahl folgen.

Zu starke Fokussierung auf die Geologie

Die Fortschritte bei den geologischen Kenntnissen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Etappe 2 zahlreiche Fragen vernachlässigt wurden. Dies betrifft insbesondere das sicherheitstechnische Lagerkonzept des geologischen Tiefenlagers, welches in verschiedenen, bereits zum Ende der Etappe 1 kritisierten Punkten stehen geblieben ist und nicht zu überzeugen vermag. Das Verfahren weist bisher einen zu starken Fokus auf die räumliche Standortfrage und die Geologie auf. Neben der Langzeitsicherheit des Lagers gilt es, insbesondere die fehlenden Fall-Back-Optionen, die künftige Rolle der Bevölkerung sowie die Probleme in der langfristigen Finanzierung anzugehen. Diese grundlegenden Fragen sollten keinesfalls auf die Zeit nach der Rahmenbewilligung aufgeschoben werden, da sie für ein über Jahrtausende funktionierendes Tiefenlager zentral sind.

Vorgehen führt in eine potenzielle Sackgasse

Das Tiefenlagerkonzept ist sicherheitstechnisch noch nicht auf einem Niveau, mit dem hinreichend gewährleistet werden kann, dass dieses an einem der drei Standorte funktioniert. Das Festlegen der Standorte für hochaktive Abfälle und schwach- und mittelaktive Abfälle als Zwischenergebnis und das damit faktisch verbundene Zurückstufen der übrigen Standorte zu Reservestandorten erfolgt aus Sicht der SES zu früh, da es das Verfahren potenziell in die Sackgasse führt.

Weiterführende Informationen

 

Nils Epprecht

Nils Epprecht
Geschäftsleiter

Tel. 044 275 21 21
Mail: nils.epprecht@energiestiftung.ch
Twitter: @nepprecht

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Atommüll: Es bleiben viele Fragen offen

Der Abschluss der Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager schränkt die Standortauswahl ein, bevor wichtige und grundlegende Fragen unter anderem zum Lagerkonzept beantwortet sind. Dieses Vorgehen führt in eine potenzielle Sackgasse. Die SES fordert den Bundesrat auf, die Klärung der offenen Fragen in Etappe 3 rasch anzugehen und einzufordern.

Der Bundesrat hat mit seinem heutigen Entscheid die Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager abgeschlossen. Er bestätigt den in der Vernehmlassung vorgeschlagenen 3x2-Entscheid für die Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost. Die SES anerkennt, dass dieser Entscheid aufgrund der bisherigen geologischen Kenntnisse auf Basis seismischer Messungen nachvollziehbar ist. Belastbare Abklärungen in der Tiefe, die die bisherigen Erwartungen bestätigen, müssen nun aber rasch ergebnisoffen und transparent sowie in ausreichender Anzahl folgen.

Zu starke Fokussierung auf die Geologie

Die Fortschritte bei den geologischen Kenntnissen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Etappe 2 zahlreiche Fragen vernachlässigt wurden. Dies betrifft insbesondere das sicherheitstechnische Lagerkonzept des geologischen Tiefenlagers, welches in verschiedenen, bereits zum Ende der Etappe 1 kritisierten Punkten stehen geblieben ist und nicht zu überzeugen vermag. Das Verfahren weist bisher einen zu starken Fokus auf die räumliche Standortfrage und die Geologie auf. Neben der Langzeitsicherheit des Lagers gilt es, insbesondere die fehlenden Fall-Back-Optionen, die künftige Rolle der Bevölkerung sowie die Probleme in der langfristigen Finanzierung anzugehen. Diese grundlegenden Fragen sollten keinesfalls auf die Zeit nach der Rahmenbewilligung aufgeschoben werden, da sie für ein über Jahrtausende funktionierendes Tiefenlager zentral sind.

Vorgehen führt in eine potenzielle Sackgasse

Das Tiefenlagerkonzept ist sicherheitstechnisch noch nicht auf einem Niveau, mit dem hinreichend gewährleistet werden kann, dass dieses an einem der drei Standorte funktioniert. Das Festlegen der Standorte für hochaktive Abfälle und schwach- und mittelaktive Abfälle als Zwischenergebnis und das damit faktisch verbundene Zurückstufen der übrigen Standorte zu Reservestandorten erfolgt aus Sicht der SES zu früh, da es das Verfahren potenziell in die Sackgasse führt.

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