AKW Beznau I ins Guinness Buch der Rekorde

Heute wird das AKW Beznau I 46 Jahre alt und erzielt damit einen gefährlichen Weltrekord: Kein anderes AKW auf der Welt hat je so viele Betriebsjahre erreicht. Zu diesem Anlass hat die Schweizerische Energie-Stiftung SES das AKW Beznau I beim Guinness Buch der Rekorde angemeldet. Kein Grund zum Jubeln.

Heute Dienstag, 1. September 2015, jährt sich die kommerzielle Inbetriebnahme des AKW Beznau I zum 46. Mal. Grund genug für die Schweizerische Energie-Stiftung SES, das älteste AKW der Welt beim Guinness Buch der Rekorde anzumelden. Es handelt sich allerdings um einen gefährlichen Rekord, der uns allen zu denken geben sollte.

Alt = gefährlich
Mit diesem Rekord begibt sich die Schweiz auf ein heikles Experimentierfeld. Alterungsprozesse bei Atomkraftwerken sind schlecht voraussehbar und nehmen ab dem 40. Betriebsjahr drastisch zu. Alte AKW können zudem nur bedingt nachgerüstet werden. So kann das Herz der Anlage – der Reaktordruckbehälter – nicht ersetzt werden. Genau dort wurden im AKW Beznau I jüngst Unregelmässigkeiten im Material entdeckt. Deshalb hat die Atomaufsichtsbehörde ENSI verfügt, dass die Anlage vor Frühling 2016 nicht wieder ans Netz gehen soll.

Unwirtschaftlich und zunehmend unzuverlässig
Sicherheitstechnische Investitionen nehmen im Altersbetrieb eines AKW laufend zu. Aufgrund steigender Korrosionsgefahr wechselt die Beznau-Betreiberin Axpo für hundert Millionen Franken die Deckel der Reaktordruckbehälter aus. Weitere sechshundert Millionen wurden in das Notkühlungssystem investiert. Und trotzdem ist das AKW heute wegen sicherheitstechnischer Mängel vom Netz. Für die SES ist klar: Mit jedem weiteren Betriebsjahr wird die Zuverlässigkeit von Beznau I weiter abnehmen. Das birgt auch ökonomische Gefahren. Es werden laufend mehr Investitionen in Nachrüstungen nötig sein. Der Betrieb ist derweilen nicht zuverlässig. Die Betriebsausfall-Verluste wegen den aktuellen Kontrollen der Materialien im Reaktordruckbehälter werden auf 100 Millionen Franken geschätzt. Zusammen mit den aktuellen und zukünftigen tiefen Strompreisen sinkt die Wirtschaftlichkeit des AKW Beznau ins Bodenlose und die getätigten Investitionen werden nicht amortisiert werden können.

Die SES ist überzeugt, dass das älteste AKW der Welt den Ruhestand mehr als verdient hat. Sie fordert die EntscheidungsträgerInnen auf, Das AKW Beznau definitiv abzuschalten und auf eine moderne Stromversorgung mit einheimischen und sicheren Energieträgern zu setzen.

Mehr Informationen
Sabine von Stockar, Projektleiterin Atom&Strom
Tel. 044 275 21 21

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AKW Beznau I ins Guinness Buch der Rekorde

Heute wird das AKW Beznau I 46 Jahre alt und erzielt damit einen gefährlichen Weltrekord: Kein anderes AKW auf der Welt hat je so viele Betriebsjahre erreicht. Zu diesem Anlass hat die Schweizerische Energie-Stiftung SES das AKW Beznau I beim Guinness Buch der Rekorde angemeldet. Kein Grund zum Jubeln.

Heute Dienstag, 1. September 2015, jährt sich die kommerzielle Inbetriebnahme des AKW Beznau I zum 46. Mal. Grund genug für die Schweizerische Energie-Stiftung SES, das älteste AKW der Welt beim Guinness Buch der Rekorde anzumelden. Es handelt sich allerdings um einen gefährlichen Rekord, der uns allen zu denken geben sollte.

Alt = gefährlich
Mit diesem Rekord begibt sich die Schweiz auf ein heikles Experimentierfeld. Alterungsprozesse bei Atomkraftwerken sind schlecht voraussehbar und nehmen ab dem 40. Betriebsjahr drastisch zu. Alte AKW können zudem nur bedingt nachgerüstet werden. So kann das Herz der Anlage – der Reaktordruckbehälter – nicht ersetzt werden. Genau dort wurden im AKW Beznau I jüngst Unregelmässigkeiten im Material entdeckt. Deshalb hat die Atomaufsichtsbehörde ENSI verfügt, dass die Anlage vor Frühling 2016 nicht wieder ans Netz gehen soll.

Unwirtschaftlich und zunehmend unzuverlässig
Sicherheitstechnische Investitionen nehmen im Altersbetrieb eines AKW laufend zu. Aufgrund steigender Korrosionsgefahr wechselt die Beznau-Betreiberin Axpo für hundert Millionen Franken die Deckel der Reaktordruckbehälter aus. Weitere sechshundert Millionen wurden in das Notkühlungssystem investiert. Und trotzdem ist das AKW heute wegen sicherheitstechnischer Mängel vom Netz. Für die SES ist klar: Mit jedem weiteren Betriebsjahr wird die Zuverlässigkeit von Beznau I weiter abnehmen. Das birgt auch ökonomische Gefahren. Es werden laufend mehr Investitionen in Nachrüstungen nötig sein. Der Betrieb ist derweilen nicht zuverlässig. Die Betriebsausfall-Verluste wegen den aktuellen Kontrollen der Materialien im Reaktordruckbehälter werden auf 100 Millionen Franken geschätzt. Zusammen mit den aktuellen und zukünftigen tiefen Strompreisen sinkt die Wirtschaftlichkeit des AKW Beznau ins Bodenlose und die getätigten Investitionen werden nicht amortisiert werden können.

Die SES ist überzeugt, dass das älteste AKW der Welt den Ruhestand mehr als verdient hat. Sie fordert die EntscheidungsträgerInnen auf, Das AKW Beznau definitiv abzuschalten und auf eine moderne Stromversorgung mit einheimischen und sicheren Energieträgern zu setzen.

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