Leitbild

Was wir wollen

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES setzt sich ein für eine Energieversorgung der Schweiz, die die Bedürfnisse der Bevölkerung auf nachhaltige Art und Weise deckt. Hierzu gehört,

  • dass die Versorgung weitgehend unabhängig von immer knapper werdenden fossilen Energieträgern wie Erdöl und Erdgas wird,
  • dass Umweltbelastungen aller Art ein langfristig verträgliches Mass nicht überschreiten, und
  • dass unüberschaubare Gefahren vermieden werden, insbesondere die Destabilisierung des Klimas auf der Erde und die Erzeugung von jahrtausendelang hochgefährlichem Atommüll.

Die SES betrachtet diese Probleme immer im globalen Zusammenhang, konzentriert ihre Arbeit jedoch auf die schweizerische Energiepolitik.

Wer wir sind

Die SES ist eine unabhängige und parteipolitisch neutrale Stiftung, die sich ausschliesslich am Gemeinwohl orientiert und nicht an Partikularinteressen. Sie unterhält eine professionelle Geschäftsstelle und lebt darüber hinaus von der ehrenamtlichen Mitarbeit eines Kreises von Bürgern und Bürgerinnen, die ihre jeweiligen fachlichen Kompetenzen im Sinne des Stiftungszwecks einbringen. Die Finanzen der Stiftung, deren Zuflüsse weitgehend aus Spendengeldern stammen, dienen ausschliesslich der Erfüllung des Stiftungszwecks.

Wovon wir überzeugt sind

Die SES orientiert sich an Überzeugungen, die sich aus der intensiven Beschäftigung mit Energie- und Zukunftsthemen mit der Prämisse der Orientierung am Gemeinwohl ergeben haben:

  • Unsere derzeitige Energieversorgung basiert zu stark auf fossilen Energieträgern. Als Folge davon hängt die Stabilität unserer Wirtschaft und Gesellschaft in bedenklicher Weise von immer knapper werdenden Rohstoffen ab. Ausserdem belastet und gefährdet unser Wirtschaften seit einigen Jahrzehnten sowohl die lokale Umwelt als auch das globale Klima in einer auf die Dauer nicht tragbaren Weise. Die SES hält es aus diesen Gründen für notwendig, innerhalb weniger Jahrzehnte die Nutzung fossiler Energieträger im Umfang stark zu reduzieren.
  • Die Nutzung der Atomenergie bringt eine Vielfalt von Gefahren und anderen Nachteilen mit sich (insbesondere im Zusammenhang mit Atommüll, Unfällen, Förderung der Verbreitung von Atomwaffen sowie Kapitalbindung zuungunsten besserer Lösungen). Im Vergleich zu den sehr begrenzten Lösungsbeiträgen in anderen Feldern sind diese Probleme zu gross. Die SES strebt deswegen den Ausstieg aus der Atomenergienutzung an.
  • Erneuerbare Energien verschiedener Art, insbesondere Wasserkraft, Solarwärme und Fotovoltaik, Windkraft, Geothermie, sowie Energie aus gewissen nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder Pflanzenabfällen, können vielfach für die Versorgung mit umweltfreundlicher und sicherer Energie herangezogen werden. Jedoch sind sie auf absehbare Zeit nicht ausreichend, um einen ausufernden Energieverbrauch vollständig zu decken.
  • Von zentraler Bedeutung für die Lösung der Energieprobleme ist deswegen die Rückführung unseres Energieverbrauchs auf ein Niveau, welches auf eine nachhaltige Weise gedeckt werden kann. Hierzu ist eine effiziente, haushälterische Nutzung von Energie entscheidend. Der Einsatz effizienterer Technik ermöglicht es in vielen Fällen, gegebene Bedürfnisse mit weit weniger Energie als bisher zu befriedigen. Wo dies nicht der Fall ist, müssen auch Bedürfnisse kritisch hinterfragt werden – es geht nicht an, dass wenige Generationen in einem wohlhabenden Teil der Welt ihre Bedürfnisse über die einer viel grösseren Zahl von heute und später lebenden Menschen stellen.
  • Die schweizerische Politik hat die Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft in den Bereichen Klimawandel und Rohstoffverknappung steht, bisher nur ansatzweise erkannt und unzureichend darauf reagiert. Ein weit entschiedeneres Handeln ist nötig, um Schaden von unserer Gesellschaft abzuwenden.
  • Die Schweiz ist auch auf Verbesserungen in anderen Ländern angewiesen, insbesondere im Zusammenhang mit der Klimaproblematik. Deswegen sind alle Massnahmen auch daraufhin zu überprüfen, welche positive oder negative Vorbildwirkung sie in anderen Ländern ausüben. Die Schweiz sollte demonstrieren, dass ein hoher Lebensstandard auch mit einem umwelt- und ressourcenverträglichen Lebensstil möglich ist.

Wie wir arbeiten

Wir akzeptieren keine Dogmen im Sinne von nicht hinterfragten oder hinterfragbaren Glaubenssätzen. Jede Position muss vernünftig begründbar sein, und eine offene Diskussion verschiedener Standpunkte innerhalb der SES wie auch mit externen Gesprächspartnern wird begriffen als eine Chance zur Gewinnung neuer Einsichten und zur Weiterentwicklung von Positionen.
Die SES verfügt über eine Geschäftsstelle und ein Netzwerk von Expertinnen und Experten in verschiedenen Fachgebieten, welche ihre spezifischen Kenntnisse einbringen, in einer offenen Diskussion die verfügbaren Daten analysieren und Schlussfolgerungen hieraus erarbeiten. Auf dieser Grundlage und nach demokratischen Grundsätzen entscheidet der Stiftungsrat über das Vorgehen.
Die SES trägt zur öffentlichen Meinungsbildung und zu Entscheidungsprozessen auf der Ebene der Politik bei, indem sie den Kontakt und Austausch mit Behörden, politischen Instanzen, Wirtschaftsvertretern, wissenschaftlichen Instituten, Medienschaffenden und den Bürgern und Bürgerinnen aus ihrem Umfeld pflegt. Instrumente hierfür sind z. B. Medienmitteilungen und Presseartikel, die Website, die Zeitschrift „Energie & Umwelt“ und weitere Publikationen, Vernehmlassungsantworten, extern ausgearbeitete Studien, direkte Kontakte mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern sowie von der SES organisierte Fachtagungen.


Februar 2008