Agrotreibstoffe
Würden wir weltweit sämtliche Agrarflächen zur Treibstoffherstellung verwenden, so könnten 10-20% des heutigen Strassenverkehrs damit herumtuckern. Agrotreibstoffe schaffen mehr Probleme als sie lösen.
Der Anbau von Energiepflanzen geht oft auf Kosten der letzten Urwälder im Süden und verschärft die Wasserproblematik in den Anbauregionen. Am gravierendsten ist aber die Tatsache, dass unser Bedürfnis nach ineffizienter Mobilität auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion in den ärmsten Ländern geht. Die Weltmarkt-Preise für Mais, Weizen und Zuckerrohr sind bereits massiv gestiegen.
Der mexikanische Mais wird heute in die USA exportiert anstatt wie früher zu Tortillas verarbeitet. Deshalb können sich die Mexikaner keine Tortillas mehr leisten. Der Agrotreibstoffboom bedeutet Hunger für die, die schon heute an der Armutsgrenze "leben". Daran ändern auch die von der Gentechbranche beworbenen Energiepflanzen der 2. Generation nichts.
SES Empfehlung
Agrotreibstoffe in der Schweiz zu produzieren ist ein Unsinn und hat mehr mit Landwirtschaftspolitik, respektive mit Subventionspolitik zu tun, denn mit Energieversorgung.
Einzig vertretbar aus energetischer und ökologischer Sicht wären Agrotreibstoffe aus organischen Abfällen. Mehr Sinn macht jedoch die Verstromung dieser Abfälle mittels Biogasanlagen. Sie nutzen den Brennstoff besser aus und bringen mehr CO2 Substitution.
