Mobilität
Wir legen immer grössere Distanzen zurück, fahren die schwersten Autos und fliegen immer mehr. Gut ein Drittel des Endenergieverbrauchs wird heute im Verkehrssektor verbraucht.
Die Verkehrsleistung wächst stetig. In der Schweiz werden im Landverkehr jährlich rund 114 Mrd. Personenkilometer zurückgelegt: Das entspricht rund 2,8 Mio. Erdumrundungen. Knapp 96% des Energiebedarfs im Mobilitätssektor wird mit Erdölprodukten gedeckt. 2011 waren in der Schweiz 5,5 Millionen Motorfahrzeuge immatrikuliert (76% davon Personenwagen). Gut jede zweite Einwohnerin bzw. jeder zweite Einwohner besitzt ein Auto.
Um 80 Kilogramm Menschen von A nach B zu fahren, werden 2000 Kilogramm Auto mit einem miserablen Antrieb (Verbrennungsmotor) in Betrieb gesetzt. Läppische 25% der Energie setzt der durchschnittliche Ottomotor in Bewegung um, der Rest verpufft als Abwärme. Die Effizienzpotenziale beim Automobil sind deshalb riesig. Das 1-Liter Auto ist längst entwickelt - aber anscheinend nicht gewünscht.
SES Empfehlung
- Jeder weitere Ausbau der Strassenverkehrsinfrastruktur ist nicht zu verantworten, denn der Individualverkehr auf Erdölbasis wird in wenigen Jahrzehnten Schnee von gestern sein. Kurzfristig sind beim motorisierten Individualverkehr (MIV) massiv verbrauchsärmere Fahrzeuge notwendig. Effiziente Fahrzeuge allein genügen aber nicht, um die jährlich importierten 8'262'383'606 Liter Benzin bis in zwei oder drei Jahrzehnten zu ersetzen und den CO2-Ausstoss massiv zu reduzieren.
- Um eine Distanz von 100 Kilometer in der Schweiz zurückzulegen, braucht eine Person, die alleine mit dem Auto unterwegs ist, 8,6mal mehr Energie als wenn sie mit der Bahn fährt. Es braucht gänzlich andere Fahrzeuge und neue Mobilitätskonzepte. Hier ist Kreativität gefragt. Nicht nur die Politik ist mit Lenkungsmassnahmen und einer Raumplanung der kurzen Wege gefordert, auch unser Mobilitätsverhalten muss sich ändern. Unser Freizeitverhalten wird sich höheren Energiepreisen anpassen müssen. Eine massive Förderung vor allem des Langsamverkehrs aber auch des öffentlichen Verkehrs sind sofort anzugehen.
- Die gesamte Mobilitätsenergie muss reduziert werden. Das heisst:
- Die Geschwindigkeit muss verringert,
- die Masse (indirekt und gesamt) reduziert und
- der Wirkungsgrad (im System) erhöht werden. - Mobilität ist zu billig - sowohl auf der Strasse, wie auch auf der Schiene und in der Luft. Mobilität muss teurer werden: Mittels einer umfassenden Energielenkungsabgabe, mindestens aber mit einer hohen Treibstofflenkungsabgabe.
