Energie-Effizienz im Strombereich


Der Stromverbrauch steigt und steigt. Das Stromsparpotenzial ist gross, wird aber nicht ausgeschöpft. Mit einer griffigen Effizienzpolitik kann dieser Trend gekehrt werden. Gut jede dritte Kilowattstunde wird heute mit nutzlosen Standbyverlusten, wartenden Kaffeemaschinen und ineffizienten Elektroanwendungen wie Elektroheizungen verschwendet. Das bedeutet nicht nur unnötige Ressourcenverschwendung, Klima- und Umweltbelastung, sondern auch Geldverschwendung. Mit Strom wird gekocht, gekühlt, Kleider und Geschirr gewaschen, im Internet gesurft, Fernsehen geschaut und oft auch noch geduscht. Dieser Stromservice kostet eine Person im Monat etwa 20-30 Franken. Da ist verglichen mit einem Handy- oder Internet-Abo zu wenig. Strom ist zu billig und wird deshalb verschwendet.


SES Empfehlung

Anreize schaffen

  • Durch eine nationale und staatsneutrale Lenkungsabgabe soll Strom sparen belohnt werden. Sie stellt keine neue Steuer dar, da die Abgabe vollständig an die Stromkonsumenten rückvergütet wird. Wer überdurchschnittlich viel Strom verbraucht wäre NettozahlerIn, wer sparsamer ist als der Durchschnitt bekommt mehr Geld als sie/er einzahlt.
  • Für den Industrie- und Dienstleistungssektor (Grossverbraucher) muss eine Zielvereinbarung mit Effizienz-Absenkpfad obligatorisch sein (zum Beispiel über das Grossverbrauchermodell der Kantone). Die Unternehmen könnten sich damit auch von einer Stromlenkungsabgabe befreien.
  • Die Netzbetreiber müssen einen Anreiz haben die Effizienz bei ihren Kunden zu fördern, zum Beispiel über ein national eingeführtes Bonus-Malus-System. Somit können sie selber entscheiden welche Massnahmen sie bevorzugen.

Mindestanforderungen und Verbote

  • Ineffiziente Geräte gehören verboten. Die Mindestanforderungen für Elektrogeräte und Motoren müssen fortlaufend verschärft werden.
  • Die Kantonalen Stromvorschiften müssen Elektroheizungen in Neubauten verbieten. Für alte Widerstandsheizungen sollen die Kantone Ersatzprogramme einführen. Das grösste Schweizer AKW läuft im Winter nur für die Beheizung von 170'000 Häusern! Zudem soll die Warmwasseraufbereitung mit Strom sukzessive durch Solarwärme ersetzt werden.

Information und Ausbildung

  • Die KonsumentInnen müssen besser informiert werden. Sie müssen wissen, dass mit weniger Strom Geld zu sparen ist und das Klima damit geschützt wird.
  • Auch die Angestellten und Unternehmer aller Branchen müssen über den neusten Stand der Energietechnik in ihren Bereichen informiert sein. Es braucht eine Aus- und Weiterbildungsoffensive.

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