Nationalrat importiert lieber Atomstrom als erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien und Lieferungen für die Grundversorgung sollen bei Stromimporten keinen Vorrang mehr geniessen. Atomstromimporte profitieren hingegen weiterhin. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES bedauert den heutigen Entscheid im Nationalrat. Ungerechtfertigte Privilegien für Atomstrom werden so zementiert.

Die Vorränge bei der Zuteilung von Kapazitäten im grenzüberschreitenden Übertragungsnetz werden eingeschränkt. Erneuerbare Energien und Lieferungen für die Grundversorgung verlieren ihren Vorrang, Importe aus internationalen Bezugs- und Lieferverträgen dürfen das Privileg behalten. Solche betreffen vorwiegend Strom aus französischen Atomkraftwerken, zum Beispiel aus Bugey oder Fessenheim.

Privilegien für Atomstrom sind nicht zu rechtfertigen

Ein Mehrheitsantrag der Energiekommission des Nationalrates hatte vorgesehen, dass die Vorränge für Bezüge aus internationalen Verträgen nach maximal 10 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes abgeschafft werden. Doch dieser wurde mit 120 zu 62 Stimmen abgelehnt. Eine Abschaffung der Vorränge hätte eine effizientere und marktnahe Ausnutzung der Leitungskapazitäten ermöglicht. «Nun wird eine einseitige und mit den politischen Zielen der Energiestrategie 2050 im Widerspruch stehende Bevorzugung von Atomstrom noch zementiert», sagt SES-Projektleiter Felix Nipkow. «Ein solches Privileg für Atomstrom ist nicht zu rechtfertigen.»

 

Weitere Informationen

Felix Nipkow

Felix Nipkow
Projektleiter Strom & Erneuerbare

Tel. 044 275 21 28
Mail: felix.nipkow@energiestiftung.ch
Twitter: @FelixNipkow

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Nationalrat importiert lieber Atomstrom als erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien und Lieferungen für die Grundversorgung sollen bei Stromimporten keinen Vorrang mehr geniessen. Atomstromimporte profitieren hingegen weiterhin. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES bedauert den heutigen Entscheid im Nationalrat. Ungerechtfertigte Privilegien für Atomstrom werden so zementiert.

Die Vorränge bei der Zuteilung von Kapazitäten im grenzüberschreitenden Übertragungsnetz werden eingeschränkt. Erneuerbare Energien und Lieferungen für die Grundversorgung verlieren ihren Vorrang, Importe aus internationalen Bezugs- und Lieferverträgen dürfen das Privileg behalten. Solche betreffen vorwiegend Strom aus französischen Atomkraftwerken, zum Beispiel aus Bugey oder Fessenheim.

Privilegien für Atomstrom sind nicht zu rechtfertigen

Ein Mehrheitsantrag der Energiekommission des Nationalrates hatte vorgesehen, dass die Vorränge für Bezüge aus internationalen Verträgen nach maximal 10 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes abgeschafft werden. Doch dieser wurde mit 120 zu 62 Stimmen abgelehnt. Eine Abschaffung der Vorränge hätte eine effizientere und marktnahe Ausnutzung der Leitungskapazitäten ermöglicht. «Nun wird eine einseitige und mit den politischen Zielen der Energiestrategie 2050 im Widerspruch stehende Bevorzugung von Atomstrom noch zementiert», sagt SES-Projektleiter Felix Nipkow. «Ein solches Privileg für Atomstrom ist nicht zu rechtfertigen.»

 

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