Nationale Risikoanalyse: Super-GAU ist die grösste Bedrohung

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS hat sich in seinem Risikobericht 2015 verrechnet. Das Risiko einer nuklearen Katastrophe ist klar die grösste Bedrohung für die Schweizer Bevölkerung. Und solange das älteste AKW der Welt – Beznau I – weiter in Betrieb ist, nimmt dieses Risiko sicher nicht ab.

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES ist irritiert über das Resultat der jüngsten Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz 2015», welche das Bundesamts für Bevölkerungsschutz BABS gestern veröffentlicht hat. Ausgerechnet eine Strommangellage wird als grösstes Risiko für die Schweiz dargestellt. Dies in Zeiten einer massiven Europaweiten Stromschwemme. Für die SES ist klar: Werden die überalterten Schweizer AKW nicht vom Netz genommen, wird sich diese – für die Schweizer Stromwirtschaft sehr ungemütliche – Lage weiter verschärfen.

AKW-Super-GAU ist das grösste Risiko
Die SES rechnet das Risiko auf Basis realistischer Grundlagen neu: Unter der Annahme, dass der Schweiz alle 1'200 Jahre1 ein Super-GAU droht (das BABS geht von 100'000 Jahren aus) und unter Berücksichtigung einer Schadenssumme von 5'000 Milliarden CHF (das Bundesamt für Energie geht von 88 – 8'000 Milliarden CHF aus ) zeichnet sich in der Risikoanalyse ein ganz anderes Bild: das Risiko einer nuklearen Katastrophe ist in der Schweiz fast doppelt so hoch wie das einer Strommangellage.

Beznau – das älteste AKW der Welt
Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls in der Schweiz steigt Jahr für Jahr an, denn mit Beznau I betreibt die Schweiz das älteste AKW der Welt. Konzipiert und erbaut in den 1960er Jahren, ist das AKW Beznau weit entfernt vom heutigen «Stand von Wissenschaft und Technik», der die grösstmögliche Sicherheit garantieren soll. Auch mit Nachrüstungen ist dieser Stand nicht zu erreichen – dafür ist das AKW Beznau rein bautechnisch nicht ausgelegt.

_
1 Quelle: "Kraftwerk Schweiz", Prof. Dr. Anton Gunzinger, 2015, Zytglogge Verlag, S 91.
2 Quelle: www.bfe.admin.ch/ (21.01.2015).

Weitere Informationen

Jürg Buri

Jürg Buri
Geschäftsleiter

044 275 21 21
juerg.buri@energiestiftung.ch

Zurück

Nationale Risikoanalyse: Super-GAU ist die grösste Bedrohung

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS hat sich in seinem Risikobericht 2015 verrechnet. Das Risiko einer nuklearen Katastrophe ist klar die grösste Bedrohung für die Schweizer Bevölkerung. Und solange das älteste AKW der Welt – Beznau I – weiter in Betrieb ist, nimmt dieses Risiko sicher nicht ab.

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES ist irritiert über das Resultat der jüngsten Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz 2015», welche das Bundesamts für Bevölkerungsschutz BABS gestern veröffentlicht hat. Ausgerechnet eine Strommangellage wird als grösstes Risiko für die Schweiz dargestellt. Dies in Zeiten einer massiven Europaweiten Stromschwemme. Für die SES ist klar: Werden die überalterten Schweizer AKW nicht vom Netz genommen, wird sich diese – für die Schweizer Stromwirtschaft sehr ungemütliche – Lage weiter verschärfen.

AKW-Super-GAU ist das grösste Risiko
Die SES rechnet das Risiko auf Basis realistischer Grundlagen neu: Unter der Annahme, dass der Schweiz alle 1'200 Jahre1 ein Super-GAU droht (das BABS geht von 100'000 Jahren aus) und unter Berücksichtigung einer Schadenssumme von 5'000 Milliarden CHF (das Bundesamt für Energie geht von 88 – 8'000 Milliarden CHF aus ) zeichnet sich in der Risikoanalyse ein ganz anderes Bild: das Risiko einer nuklearen Katastrophe ist in der Schweiz fast doppelt so hoch wie das einer Strommangellage.

Beznau – das älteste AKW der Welt
Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls in der Schweiz steigt Jahr für Jahr an, denn mit Beznau I betreibt die Schweiz das älteste AKW der Welt. Konzipiert und erbaut in den 1960er Jahren, ist das AKW Beznau weit entfernt vom heutigen «Stand von Wissenschaft und Technik», der die grösstmögliche Sicherheit garantieren soll. Auch mit Nachrüstungen ist dieser Stand nicht zu erreichen – dafür ist das AKW Beznau rein bautechnisch nicht ausgelegt.

_
1 Quelle: "Kraftwerk Schweiz", Prof. Dr. Anton Gunzinger, 2015, Zytglogge Verlag, S 91.
2 Quelle: www.bfe.admin.ch/ (21.01.2015).

Weitere Informationen

Jürg Buri

Jürg Buri
Geschäftsleiter

044 275 21 21
juerg.buri@energiestiftung.ch

Zurück