Clean Coal & Kohleverflüssigung

  • CO2 soll unterirdisch gespeichert werden – Realisierung und Langzeitwirkungen sind unbekannt.
  • Kohleverflüssigung: viele Anlagen geplant, ausser in Südafrika sind aber fast keine in Betrieb.
  • Verbrennen wir nach Öl und Erdgas auch noch alle Kohle, wird das Klima nicht mehr zu retten sein.

Carbon Capture and Storage (CCS): Die sogenannte «CO2-Sequestierung», auch CO2-Abscheidung und -speicherung genannt, bei der zwecks Klimaschutz die technische Abtrennung und unterirdische Speicherung von CO2 geplant ist, dürfte vor 2025/2030 nicht ernsthaft anwendbar sein. Viele Fragen z.B. zur Langzeitsicherheit, der Dichtheit dieser Lager, den Kosten, der Infrastruktur oder zu den rechtliche Grundlagen sind noch zu klären. Wer haftet für einen möglichen Austritt von Kohlendioxid? Ausserdem wird es wahrscheinlich an genügend grossen Lagerstätten für so viel CO2 mangeln. Zudem bedeutet die Abtrennung von CO2 einen bedeutenden Wirkungsgradverlust. In Deutschland ist ein Pilotprojekt mangels fehlender Gesetzgebung gestoppt worden. In der Schweiz sind Forschungsprojekte im Gang.

Kohle flüssig machen: Zur Erzeugung flüssiger Produkte aus Kohle sind zwei Verfahrenswege möglich: Die direkte Hydrierung der Kohle oder die Kohlevergasung mit anschliessender Hydrierung des Synthesegases. Aktuell wird die Kohleverflüssigung unter der Bezeichnung CtL (Coal to Liquid) im grossem Stil nur in Südafrika angewendet. Dort stammt ein 1/3 des Benzins aus CtL. In den USA sind 30 Anlagen mit einer Kapazität von 480‘000 Barrel pro Tag geplant. In Indonesien ist ebenfalls eine massive Anzahl Anlagen geplant, die Realisierung ist aber offen. Es ist allgemein damit zu rechnen, dass der Kohlenverflüssigung angesichts der langfristigen Verknappungstendenzen bei Öl und Gas und den damit verbundenen preislichen Folgen wieder wachsende Bedeutung zukommen wird.

Katastrophale Folgen für das Klima: Der Nettoenergiegewinn der aus Kohleverflüssigung stammende flüssigen Brenn- und Treibstoffe ist extrem niedrig und wird mit zusätzlich abnehmender Nettogewinnrate der abbaubaren Kohle noch zusätzlich abnehmen. Verfeuern wir nach dem Erdöl und dem Erdgas auch noch alle vorhandene Kohle, so hat dies katastrophale Folgen für unser Klima. Pro Fass CtL Treibstoff werden 0,5 Tonnen Steinkohle gebraucht. Und CtL ist sehr wasserintensiv: Pro Fass Treibstoff braucht es ca. 5-7 Fass Wasser. Gesamthaft ist CtL-Treibstoff 2-3x CO2-intensiver als konventioneller Dieselkraftstoff.