Kohle
- Von allen fossilen Energierohstoffen hat es am meisten Kohle.
- Aber: auch mit Peak Coal wird ab 2050 zu rechnen sein.
- Kohlekraft ist die klimaschädlichste Art der Energiegewinnung.
Es hat noch viel Kohle. Unter den nicht erneuerbaren Energieträgern ist Kohle weltweit diejenige mit den grössten Gesamtressourcen. Die nachgewiesenen Kohlereserven sind sehr schwer abzuschätzen. Gemäss dem World Energy Outlook der IEA gab es Ende 2005 Reserven von 847 Milliarden Tonnen. Der grössere Anteil besteht aus Hartkohle (meistens Steinkohle), der kleinere aus Weichbraunkohle. Die Einschätzung der Energy Watch Group über die Qualität der Daten der IEA fällt aber vernichtend aus. Eine wirklich realistische und sichere Einschätzung der noch abbaubaren Kohlereserven könne nicht gemacht werden, so die ExpertInnen der Energy Watch Group. Und: Prognosen sind bei der Kohle schwierig. Die Verbrauchszunahme pro Jahr ist enorm: Im Schnitt der vergangenen 10 Jahre (1999 - 2008) nahm der globale Kohlekonsum um 4,4% pro Jahr zu.
Klimapolitische Katastrophe: Leider bietet sich Kohle neben den erneuerbaren Energien mittelfristig als die Ressource mit den grössten Zukunftsperspektiven als Ersatz für Erdöl und Gas an. Der geostrategische Vorteil der Kohle liegt in der etwas gleichmässigen Verteilung dieser Ressource über die Erdkugel. Zum Beispiel verfügt das öl- und gasarme Europa noch über nicht ausgeschöpfte Kohlelagerstätten, trotzdem nimmt die Importkohle in Europa jährlich zu. Klimapolitisch ist diese Aussicht jedoch eine Katastrophe gröberen Ausmasses. Auch bei der Kohle ist in den vergangenen Jahren ein nachfragebedingter deutlicher Preisanstieg zu verzeichnen. Der Preis für eine Tonne Importkohle (für Deutschland) hat im 2007 erstmals die 100$-Marke übersprungen.
Kohlekraft ist die klimaschädlichste Stromerzeugungsart! Die Verstromung von Kohle wird weltweit noch an Bedeutung gewinnen. Auch eine Kohlerenaissance in den westlichen Industrieländern ist nicht unrealistisch. Kohlelobbyisten sowohl in den USA wie auch in Deutschland erinnern gerne an die Bedeutung der vorhandenen Kohlereserven als Unabhängigkeitsfaktor. Braunkohlekraftwerke erreichen aber auch mit modernster Technik nur einen Wirkungsgrad von 43%, moderne Steinkohlekraftwerke einen Wirkungsgrad von maximal 46%. Weit über 50% der Energie gehen ungenutzt als Wärme verloren. Eine Auskopplung und Nutzung der Wärme ist bei Kraftwerken von mehreren 100 bis weit über 1’000 MW Leistung nicht möglich. Eine sinnvolle Wärme-Kraft-Kopplung, welche den Wirkungsgrad auf bis zu 85% steigern könnte, ist nur bei Gaskombikraftwerken von maximal 50 MW Leistung realisierbar. Diese Energieverschwendung muss aufhören. Kohlekraft ist die klimaschädlichste Stromerzeugungsart!





