Wie wird das Öl verteilt? GewinnerInnen und VerliererInnen
- Drei Viertel der armen Bevölkerung lebt in rohstoffreichen Ländern.
- Schwellenländer sind von hohen Rohstoffpreisen stark betroffen.
- Obwohl im asiatischen Raum der Energieverbrauch am meisten steigt, sind die westlichen Industrieländer führend im Pro-Kopf Verbrauch.
Wie gerecht ist die Ölwirtschaft? Im Zusammenhang mit der massiv wachsenden Nutzung von fossilen und anderen Rohstoffen stellt sich zunehmend die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit. Weltweit leben 75% der armen Bevölkerung in rohstoffreichen Ländern. Speziell in Afrika werden in den Energieressourcenabbau Milliardeninvestitionen getätigt. Weitere Milliarden sind geplant. Wer sind die GewinnerInnen und VerliererInnen? Nach allen bekannten Erkenntnissen und Untersuchungen profitiert die lokale Bevölkerung von rohstoffreichen Ländern in keiner Weise von dem reichlich fliessenden Geld. Dies betrifft vor allem afrikanische Länder. Das Geld verschwindet in irgendwelchen korrupten Taschen. Fazit: Öl steigert die Armut!
Schwellenländer sind doppelt betroffen. Eine weitere Erkenntnis: Hohe Rohstoffpreise betreffen die Schwellenländer weit mehr als die Industrienationen. Grund: Die rohstoffverarbeitenden und energieintensiven Industrien sind heute in zunehmendem Masse in den Schwellenländern angesiedelt. Indien importiert beispielsweise 70% von allen benötigten Ressourcen, China 50%.
Eurozentristische Sichtweise auf die Energiedebatte: Generell ist der "Energie-Hunger" der neuen aufstrebenden asiatischen "Giganten" China und Indien ein hochproblematisches und emotionales Thema. In der gesamten Energiedebatte lässt sich eine eurozentrische Sichtweise feststellen: Spricht man bei Asien nämlich von "Energie-Hunger", dann müssen wir bei den Industrieländern mindestens von "Energiegier" sprechen. Die wesentliche Frage ist die nach dem Energieverbrauch pro Kopf. Dieser ist in den USA 5 mal so hoch wie in China und 20 mal so hoch wie in Indien. Nach wie vor konsumieren alleine die OECD-Länder die Hälfte des Weltenergieverbrauchs von 11’295 Mio. Tonnen Öl-Äquivalent (Verbrauch 2008 gemäss BP Statistical Review). Im Kontext der knapper werdenden Energieressourcen stellt der ausschliessliche Verweis auf den steigenden Energieverbrauch in Süd-Ostasien also eine sehr verengte Sichtweise dar.
