Gaskraftwerke sind weder effizient noch klimaschonend
- Der CO2-Anstieg durch den Bau von Gaskraftwerken wäre verheerend.
- Die Abwärme von Gaskraftwerken kann mangels Nachfrage nicht genutzt werden – und verpufft.
- Erdgas kommt in Pipelines in die Schweiz. Alleine der "Transportverlust" ist erheblich.
Gaskraftwerke sind CO2-Schleudern: Gaskraftwerke sind nicht CO2-neutral. Im Jahr 2008 wurden in der Schweiz 40,23 Mio. Tonnen CO2 emittiert. Würden die 26 Mia. kWh Atomstrom, welche im Jahr 2008 in den fünf Schweizer Atomkraftwerken produziert wurden, zukünftig mit Gaskraftwerken erzeugt, würde bei einem elektrischen Wirkungsgrad von 58% (Annahme: 246 Gramm CO2 pro kWh) ein Mehr von 6,4 Mio. Tonnen CO2 emittiert. Das wäre eine Steigerung der heutigen CO2-Emissionen um 16%.
Abwärme von Gaskraftwerken kann kaum genutzt werden: Ein grosses Gaskraftwerk kann nicht CO2-neutral betrieben werden. Die Stromwirtschaft plant Gaskraftwerke mit einer Leistung in der Grössenordnung von 400 MW. Mit einer solchen Leistung ist eine weitgehende Abwärmenutzung nicht möglich, weil nicht genügend AbnehmerInnen in einem kleinen Umkreis vorhanden sind. Das Nahwärmeverbundnetz Refuna im unteren Aaretal, welches nur einen sehr kleinen Teil der Wärmeproduktion des AKW Beznau nutzen kann, zeigt dies exemplarisch auf.
CO2-Kompensation im Ausland ist unzureichend: Um ein Gaskraftwerk CO2-neutral zu betreiben, müssten CO2-Kompensationsmassnahmen eingeführt werden - dies natürlich im Inland. Ein Konzept hierfür liegt nicht vor, und es müsste kontrolliert werden, ob nicht ohnehin vorgesehene Massnahmen mit buchhalterischen Tricks zu Kompensationsmassnahmen umdeklariert würden. Nach der Verordnung über die Anrechnung der im Ausland erzielen Emissionsverminderungen (CO2-Anrechnungsverordnung) vom 22. Juni 2005 ist zwar eine rein buchhalterische CO2-Kompensation durch Zertifikathandel mit dem Ausland möglich, aber nicht sinnvoll. Im übrigen können durch Undichtigkeiten von Gas-Pipelines erhebliche zusätzliche Klimawirkungen auftreten. Ein gewisser Verlust ist über die mehrere 1’000 km langen Pipelines unvermeidbar. Wegen der starken Klimaschädlichkeit von Methan (21-mal mehr als Kohlendioxid) ist dies schon bei normalen Verlusten in der Grössenordnung von 1 – 2% wichtig.
