Bis 2030 kann Windenergie 20% des globalen Stromverbrauchs decken

  • 2010 wurden weltweit 35‘800 Megawatt Windenergie-Leistung installiert .
  • Fast die Hälfte davon realisierte China – und überholte damit den grössten Windmarkt USA.
  • Deutschland produzierte 2010 knapp 38 Milliarden kWh Windstrom.


Strom für über 100 Millionen Haushalte. Ende 2010 waren weltweit 194'000 MW (194 GW) Windenergieleistung installiert – oder 194 mal die Leistung des AKW Gösgen. Damit hat sich die installierte Windenergieleistung im Vergleich zum Jahr 2000 verelffacht. Produktion 2010: 406 Milliarden kWh. Das entspricht dem Jahresstromverbrauch von über 100 Millionen typischen Schweizer 4-Personen-Haushalten. Gemäss dem Global Wind Energy Council (GWEC) könnte bis 2030 nahezu ein Viertel des Weltstrombedarfs mit Windenergie gedeckt werden.

4000 bis 5000 Milliarden kWh. Gemäss Global Wind Energy Outlook 2010 wird sich die installierte Windenergieleistung bei einem moderaten Szenario bis 2020 auf 830 GW und bis 2030 auf 1800 GW erhöhen, was fast einer Verzehnfachung gegenüber 2010 entspricht. Die Stromproduktion erreicht im moderaten Szenario 2000 Milliarden kWh im Jahr 2020 (ca. 9% des Weltstrombedarfs). 2030 wird die Windstromproduktion 4300 Milliarden kWh erreichen (ca. 16% des Weltstrombedarfs). Das Szenario «Advanced» rechnet bis 2030 mit einer Jahresstromproduktion von 5400 Milliarden kWh (ca. 20% des Weltstrombedarfs).

Die Schweiz im Niemandsland. Windenergie deckt in Europa schon heute einen wesentlichen Anteil der Stromversorgung Nach Angaben der European Wind Energy Association deckte Dänemark seinen Strombedarf 2010 zu 25.6% aus Windenergie. Portugal und Spanien stehen bei rund 15%, Irland bei 13%, Deutschland bei 8% und Österreich bei 2.8%. In der EU-27 deckt Windkraft 5.3% des gesamten Stromverbrauchs. Im Vergleich dazu ist der Windenergieanteil in der Schweiz mit 0.01% verschwindend klein.

Doppelt so viel Strom wie die 5 Schweizer AKW. Im Jahr 2010 produzierten Windkraftwerke in der EU (EU-27) knapp 182 Milliarden kWh Strom. Das entspricht dem dreifachen Landesverbrauch der Schweiz im Jahr 2010. Alleine Deutschland produzierte 2010 doppelt so viel Strom aus Windkraft (49.5 Milliarden kWh) wie die Schweiz mit ihren fünf Atomkraftwerken (25.2 Mia. kWh). Bis 2020 wird die EU-Windstromproduktion auf 600 bis 700 Milliarden kWh – den zehnfachen Schweizer Landesverbrauch - ansteigen und damit 16 bis 18% des EU-Stromverbrauchs decken.

Wirtschaftlich attraktiver durch sinkende Produktionskosten. Der globale Windboom ist mit einem rasanten technischen Fortschritt und sinkenden Produktionskosten verbunden. Die Windanlagen wurden seit den 80er-Jahren tendenziell grösser und viel effizienter. Damit wurden sie auf dem Energiemarkt zur wirtschaftlich attraktiven und ökologisch sauberen Alternative zu den Risikotechnologien Atom, Kohle und Gas.