Keine heisse Luft: Windkraft hat immenses Potenzial
- Die derzeit global installierte Windkraft-Leistung liegt bei 75'000 MW.
- Windkraft ist umwelt- und klimafreundlich und hat grosses Ausbau-Potenzial.
- Bis 2030 könnte rund ein Viertel des Weltstrombedarfs mit Windenergie gedeckt werden.
Strom für 120 Millionen Haushalte. Ende 2010 waren weltweit 194'000 MW Windenergieleistung installiert. Das ist 11 mal so viel wie im Jahr 2000. Die Anlagen liefern in einem Durchschnittsjahr so viel Strom, wie rund 120 Millionen Haushaltungen (mit Schweizer Durchschnittsverbrauch) benötigen. Gemäss dem Global Wind Energy Council (GWEC) könnte bis 2030 nahezu ein Viertel des Weltstrombedarfs mit Windenergie gedeckt werden.
Windkraft ist umwelt- und klimafreundlich. Eine Windkraftanlage besteht aus einem Stahlmast mit einer Gondel am oberen Ende. An der Nabe ist der Rotor mit meist drei Blättern montiert. Der Wind bringt das Flügelrad zum Drehen und produziert über einen Generator Strom. Mit einem Transformator wird der Strom ins Elektrizitätsnetz eingespeist. Windenergie ist frei von Schadstoffemissionen und verbraucht für die Energieproduktion keine natürlichen Ressourcen. Durch den Ausbau der Windenergie werden gegenüber der konventionellen Stromerzeugung weltweit jährlich rund 250 Millionen Tonnen CO2 (= 5 x CO2-Ausstoss der Schweiz) sowie andere problematische Emissionen und die Produktion gefährlicher radioaktiver Abfälle vermieden.
Wie bei der Photovoltaik sinken die Gestehungskosten von Windstrom laufend.
Sinkende Produktionskosten. Während die durchschnittlichen Stromkosten steigen, wird Strom aus Wind günstiger. Die Gestehungskosten von Windstrom betragen in der Schweiz momentan zwischen 18 bis 25 Rp./kWh. Windenergie ist damit auch hierzulande eine ausgesprochen kostengünstige erneuerbare Stromquelle.
Der positive Effekt überwiegt. Der Bau von Windanlagen stellt wie jedes Bauwerk einen Eingriff in das Landschaftsbild dar und führt zu marginalen Lärm- und Schattenemissionen. Gute Windverhältnisse sind deshalb nicht das einzige Kriterium für eine optimale Standortwahl. Es macht Sinn, Windanlagen dort aufzustellen, wo bereits andere Infrastrukturen wie Strassen, Strommasten oder Stauseen in die Naturlandschaft einwirken. Entgegen vielfachen Behauptungen stellen Windanlagen für Vögel und Wildtiere kein Risiko dar. Angesichts des grossen Nutzen und der hervorragenden Ökobilanz von Windkraftanlagen überwiegt der positive Effekt aber bei Weitem.
Von kleinen Einzelanlagen bis zu grossen Windparks. Weil es nicht überall gleich stark windet, ist der Standort entscheidend dafür, zu welchem Grad die installierte Leistung ausgeschöpft werden kann. Geeignete Standorte findet man sowohl in Ebenen, zum Teil in Tälern, auf Passhöhen und Bergkuppeln (onshore) wie auch im Meer entlang der Küsten (offshore). Die Grösse und Leistung von Windanlagen variiert stark. Kleine Windanlagen, die dezentral aufgestellt werden, können an geeignetem Ort den durchschnittlichen Bedarf eines Haushalts decken (ca. 3500 kWh jährlich). Grosswindanlagen können über 100m hoch sein und in so genannten Windparks Zehntausende mehrere Tausend von Haushalten Personen mit Strom versorgen.





