Trotz neuer Technologien und Hoffnungen: Kein Weg führt an der Energieeffizienz vorbei...
- Nebst der Forschung nach neuen Energieformen kommen wir nicht um Energieeffizienz herum
- Drei Beispiele aus der Forschung: Wasserstoff, Nanotechnologie und Salzkraftwerke
- Wichtig für neue Technologien: Eine bessere Öko- und Klimabilanz als fossile Energieträger
Das fossile Energiezeitalter neigt sich dem Ende zu. Neben dem konsequenten Einsatz aller bekannten erneuerbaren Energieformen und einer massiv steigenden Energieeffizienz braucht es auch Forschung nach neuen Energieformen. Energieformen, welche die Abhängigkeit vom Öl verringern und mit der Umwelt verträglich sind.
Hier einige Ideen aus der Forschungsküche:
- Wasserstoff gilt bei vielen ForscherInnen als Energieträger für die Mobilität der Zukunft. In naher Zukunft ist Wasserstoff aber keine realistische und nachhaltige Option. Wasserstoff ist keine Energiequelle, sondern ein Träger für Energie aus anderen Quellen. Gegenwärtig wird der grösste Teil des Wasserstoffs nicht durch das Elektrolyseverfahren (mittels Wasser und elektrischer Energie), sondern durch Erdgas mit einem Dampfreformierungsprozess hergestellt. Das bedeutet enorme CO2-Emissionen bei der Produktion. Doch auch beim Elektrolyseverfahren stehen noch etliche Hindernisse an: Der verwendete Strom stammt nicht immer aus erneuerbaren Energiequellen (Wind, Sonnenstrahlung, Geothermie), bei der Elektrolyse geht über 50% der Energie verloren und das Verfahren ist zu teuer. Es ist nicht auszuschliessen, dass Wasserstoff irgendwann einmal Autos nachhaltig antreiben wird. Bis heute sind sinnvolle Wasserstoff-Autos aber ein technischer Wunschtraum.
- Die Nanotechnologie forscht intensiv an erweiterten Möglichkeiten für erneuerbare Energien. So wird beispielsweise versucht, mit einer Dünnschicht aus siliziumhaltigem Gas und einem passenden Trägermaterial ein Lack zu entwickeln, mit dem Sonnenenergie von Farbstoffmolekülen aufgenommen und in Strom umgewandelt werden kann. Der Lack könnte in der Automobilindustrie oder zur Fassadengestaltung verwendet werden.
- Die Meeresströmung (Seaflow) birgt ein riesiges, ungenutztes Energiepotential. Vor der Küste von North Devon (UK) steht eine Pilotanlage, die diese Energie zu nutzen versucht. Ein Rotor dreht unter Wasser und wandelt ähnlich wie bei Windrädern die Energie in Strom um. Die neuartige Turbine überstand den Winter sowie einige Stürme unbeschadet.
- In Norwegen wird das erste Salzkraftwerk der Welt gebaut. Energie wird aus Druckunterschieden zwischen Süss- und Salzwasser erzeugt. Dabei soll das Naturphänomen Osmose ausgenutzt werden: Durch eine Membrane dringt Süsswasser in Salzwasser ein und erzeugt einen Druck, der zur Stromerzeugung genutzt werden kann.
Ob diese neuen Technologien dereinst mit zur Lösung der heutigen Energieprobleme beitragen können ist offen. Zentral ist ein kritischer, offener Forschungsprozess. Denn die negative Auswirkungen neuer Technologien werden häufig erst in einem späteren Stadium erkannt. Ein Beispiel: Agrotreibstoffe weisen in vielen neueren Studien eine noch schlechtere Öko- und Klimabilanz auf als die zu ersetzenden fossilen Treibstoffe. Nicht wirklich eine ökologische Lösung. Letztlich führt kein Weg daran vorbei, unseren Energiebedarf massiv zu senken und effizient zu nutzen.
