Ein Potenzial von 6'000 Kleinwasserkraftwerken liegt brach

  • Laufwasserkraftwerke sind abhängig von der Wasserführung des Gewässers.
  • Das Potenzial grosser Laufwasserkraftwerken ist ausgeschöpft.
  • Rund 6'000 Kleinwasserkraftwerke könnten reaktiviert werden.
© Julia Slater, swissworld.org© Martin Litschauer, www.eurosolar.at%copy www.naturenergie.de© www.naturenergie.de

Laufwasserkraftwerke sind nur abhängig von der Wasserführung des Gewässers. Laufwasserkraftwerke nutzen die Strömung eines Flusses oder Kanals zur Stromerzeugung. Sie kommen vorwiegend bei kleinen Fallhöhen und grossen Wassermengen zum Einsatz. Solange der Fluss fliesst, fliesst auch der Strom. Laufwasserkraftwerke können ihre Strommenge nicht der Nachfrage anpassen und produzieren wie Atomkraftwerke Bandstrom. Die erzeugte Energie schwankt jedoch mit der Wasserführung des Flusses. Diese ist in der Regel im Sommer höher als im Winter. Um Schiffen und Fischen den Durchgang zu ermöglichen, werden die Anlagen oft zusammen mit Schleusen gebaut.

Das Potenzial grosser Laufwasserkraftwerke ist weitgehend ausgeschöpft. Die rund 420 grossen schweizerischen Laufwasserkraftwerke produzieren pro Jahr rund 16 Mia. kWh Strom. Das sind knapp 43% der schweizerischen Wasserkraft (2010). Damit ist das Potenzial bereits weitgehend ausgeschöpft.

In knapp hundert Jahren 6'000 Kleinwasserkraftwerke weniger. Ein oftmals unterschätztes Potenzial besteht hingegen bei Laufwasserkraftwerken mit einer Leistung unter 10 MW, so genannten Kleinwasserkraftwerken. Noch 1914 waren in den Wasserrechtsregistern der Schweiz rund 7’000 Kleinwasserkraftwerke registriert. Heute gibt es nur noch rund 1'000 Anlagen. Durch die Modernisierung und Reaktivierung bestehender Anlagen oder durch vereinzelten Neubau sollte diese traditionsreiche umwelt- und naturschonende Wasserkraftnutzung wieder ausgebaut werden.