Im Erdinnern schlummert ein riesiges Potenzial für Wärme- und Stromgewinnung
- Aus Erdwärme können Strom und Wärme produziert werden.
- In der Schweiz gibt es sowohl für tiefe Geothermie wie auch für solche bei mittlerer Temperatur Projekte.
- In der Schweiz wird Erdwärme bisher nur für die Wärmeproduktion genutzt.
Wärme aus der Erde ist für Strom und Wärme nutzbar. Im Erdinnern entsteht durch natürliche Prozesse viel Wärme. Diese kann auf unterschiedliche Weise ans Tageslicht befördert, und in Form von Wärme und Strom genutzt werden. Je tiefer man bohrt, desto höher in der Regel die Temperatur:
- Die Tiefe Geothermie nutzt die bis zu 200°C hohen Temperaturen in mehreren Tausend Metern Tiefe und kann damit ganze Stadtquartiere beheizen und mit Strom versorgen. In Basel war ein solches «Deep-Mining-Project» in der Pilotphase. Wegen unerwarteter Erdbebenauslösung im Dezember 2006 ist der weitere Projektverlauf gegenwärtig unklar. Im deutschen Unterhaching funktioniert ein solches Geothermiekraftwerk seit 2009 einwandfrei. Es lieferte 2010 rund 79 Mio. kWh Wärme und knapp 11 Mio. kWh Strom. In St. Gallen haben die Stimmbürger/innen Ende 2010 mit über 80% Ja-Stimmen einem Geothermie-Kraftwerk zur Wärme- und Stromgewinnung zugestimmt.
- Die Geothermie bei mittlerer Temperatur (20-70° C) in 300-1000 Meter Tiefe nutzt die Wärme des Grundwassers, das in sedimentären Gesteinen zirkuliert. Es kann zur Wärmegewinnung genutzt werden. In Riehen bei Basel wird auf diese Weise Wärme für das Fernwärmenetz erzeugt. Doch auch Thermalbäder und Anlagen bei Tunnels können diese Wärme nutzen.
- Die Geothermie bei niedrigen Temperaturen (8-20° C) in weniger als 150 Meter Tiefe kann ebenfalls für die Wärmeproduktion genutzt werden. Häufig werden Erdwärmesonden (vertikal verlegte Wärmetauscher) eingesetzt, um Wärmepumpen mit der nötigen Erdwärme zu versorgen. Einzelne Gebäude können so je nach Bedarf gekühlt oder geheizt werden. Auch Grundwasser und Tunnelwärme können zu diesem Zweck genutzt werden.
International gewinnt Geothermie an Bedeutung: 2010 waren in 78 Ländern 50‘584 MWth thermische Leistung für die Wärmeproduktion und in 24 Ländern 10‘715 MWel elektrische Leistung für die Stromproduktion installiert. Die geothermische Stromproduktion lag 2010 mit insgesamt 526 Kraftwerken bei 67 Milliarden kWh. Das ist etwas mehr als der Landesverbrauch der Schweiz. Bei der Stromproduktion sind die USA Spitzenreiter (16 Mia. kWh), gefolgt von den Philippinen (10 Mia. kWh), Indonesien (9,6 Mia. kWh) und Mexiko (7 Mia. kWh). Bei der Wärmeproduktion liegt China (20,9 Mia. kWh) vor den USA (15,7 Mia. kWh) und Schweden (12,6 Mia. kWh).
