Photovoltaik kann bis 2025 20% des Strombedarfs decken

  • Die Energie-Rücklaufzeit einer Solarstromanlage liegt bei etwa 3 Jahren.
  • 2010 wurden in der Schweiz 42.5 Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert.
  • Die Preise für Solarstrom sinken von Jahr zu Jahr. Um 2020 gibt es in der Schweiz «Grid-Parity».

© Bernd Müller, BMUPaul Langrock/Zenit/Greenpeace© Elektrizitätswerk der Zürich ewz© Elektrizitätswerk der Zürich ewz© Elektrizitätswerk der Zürich ewz

Sonnenlicht kann durch Solarzellen in Strom umgewandelt werden. Die Technologie heisst Photovoltaik. Solarzellen bestehen aus Halbleitern, wie sie bei der Herstellung von Computer-Chips verwendet werden. Das Material ist in der Regel Silizium. Wenn die Sonne scheint, erzeugen diese Elektrizität. Mit Hilfe eines Wechselrichters kann der so erzeugte Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt und direkt ins Elektrizitätsnetz eingespeist werden.

Energie-Rücklaufzeit ist sinkend: Eine Solarstromanlage hat in rund 3 Jahren so viel Energie produziert wie zur Herstellung verbraucht wurde. Diese Energie-Rücklaufzeit sinkt durch den technischen Fortschritt weiter. Bezogen auf die lange Lebensdauer von über 30 Jahren ist das ein ausgesprochen guter Wert.

Die Preise fallen laufend. 1992 kostete eine kWh Solarstrom rund 2 Franken, im Jahr 2000 ca. 1 Franken, 2010 zwischen 50 und 60 Rappen. Gemäss der internationalen Energieagentur IEA werden die Produktionskosten für Solarstrom in unseren Breiten bis 2030 auf etwa 14 Rp./kWh sinken. In südeuropäischen Ländern ist bereits «Grid-Parity» erreicht. Das heisst: Solarstrom vom eigenen Dach kostet gleich viel wie der Strombezug aus dem allgemeinen Stromnetz. In Deutschland wird dieser Punkt um 2013 erreicht, in der Schweiz um 2020.

Solarstrom für 4 AKW. Der Anteil der Solarstromproduktion lag 2010 bei lediglich 0,19% (83 Mio. kWh)der Schweizer Gesamtstromproduktion. Das ist fünfmal mehr als im Jahr 2005. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2010 knapp 12 Milliarden kWh Solarstrom erzeugt – das deckte 1,9% des Endverbrauchs. Mit einer kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) ohne «Solarstrombremse» ist eine ähnliche Dynamik wie in Deutschland möglich. Der Fachverband Swissolar hat vorgerechnet, dass die Solarstromproduktion in der Schweiz bis 2025 auf 12 Milliarden kWh erhöht werden kann. Und das ist ausschliesslich auf bestehenden Dachflächen möglich. Das entspricht 20% des heutigen Verbrauchs oder der Jahresproduktion von vier AKW Mühleberg. Längerfristig ist sogar ein Solarstromanteil von 40 Prozent möglich.