Biomasse deckt fast 5% des Gesamtenergieverbrauchs
- Das Potenzial an Biomasse ist riesig.
- Global ist Biomasse die meist genutzte erneuerbare Energieform.
- Der Anteil der Biomasse am schweizerischen Gesamtenergieverbrauch lässt sich verdreifachen.
Riesige ungenutzte Potenziale. Als «Biomasse» wird organisches Material bezeichnet, das nachwächst. Biomasse ist die vielseitigste und wohl älteste erneuerbare Energiequelle. Holz, Bioabfälle, Gülle und andere Stoffe pflanzlicher und tierischer Herkunft bergen grosse ungenutzte Potenziale für die Wärme- und Stromerzeugung sowie für die Treibstoffherstellung. Im Gegensatz zu Sonne, Wind und Wasser ist Biomasse nicht unendlich vorhanden. Die nachhaltige Nutzung von Biomasse ist daher abhängig von Ausgangsstoff und Herkunft und in ihrer Ökobilanz sehr unterschiedlich.
Global ist Biomasse die meist genutzte erneuerbare Energieform. In der Schweiz ist der Beitrag der Biomasse zur Energieerzeugung hingegen noch sehr gering. Trotzdem ist sie mit einem Anteil von 4.8% am Gesamtenergieverbrauch heute (neben der Wasserkraft) die zweitwichtigste erneuerbare Energieform. Über 70% stammt aus der Verbrennung von Holz, gefolgt von der Verbrennung erneuerbarer Anteile im Abfall und der Energienutzung in Abwasserreinigungsanlagen. Zur Elektrizitätsproduktion trägt Biomasse mit 1.4% bei. Den grössten Beitrag liefert hier die Verbrennung erneuerbarer Abfälle in Kehrichtverbrennungsanlagen.
Anteil der Biomasse lässt sich verdreifachen. Damit ist das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Vor allem durch die Bereiche Forstwirtschaft, biogene Abfälle, Ernterückstände, Gülle und Mist lässt sich der Anteil der Biomasse am schweizerischen Gesamtenergieverbrauch verdreifachen. Bei der Nutzung nachwachsender Ressourcen entsteht die Gefahr der Übernutzung. Besonders problematisch ist insbesondere der Anbau von Getreide und anderen Pflanzen wie Soja, Raps, Zuckerrohr oder Pamöl zur Erzeugung von Treibstoffen (so genannte Agrotreibstoffe) wie zum Beispiel Ethanol. Neben einer oftmals negativen Ökobilanz stehen diese in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau, was katastrophale Auswirkungen für arme Bevölkerungskreise in Ländern des Südens hat.





