Die Stromwirtschaft
- Die Schweizer Stromwirtschaft gehört zu etwa 85% der öffentlichen Hand
- Schweizer Strom kennt keine Grenzen
- Sauber sind vor allem die Renditen
Die Schweizer Stromwirtschaft gehört zu etwa 85% der öffentlichen Hand: In der schweizerischen Stromversorgung sind sechs grosse Überlandwerke (Axpo/NOK, Alpiq mit Atel und EOS, BKW, EGL, CKW), ca. 900 Gemeinde- und Stadtwerke (ua. Zürich, Bern, Basel) sowie rund 80 Partner- und etwa 30 Kantonswerke und regionale Verteiler tätig. Die sechs grossen Überlandwerke und die drei grossen Stadtwerke verfügen über rund 80% der gesamten Kraftwerkskapazität in der Schweiz. Die Schweizer Stromwirtschaft gehört zu etwa 85% der öffentlichen Hand. In den Verwaltungsräten grosser Stromfirmen sitzen deshalb auch Vertreter von Kantons- und Stadtregierungen (von Amtes wegen), verdiente alt-Regierungsräte und viele bürgerliche National- und Ständeräte. Das auf Grosskraftwerke und einträglichen Stromhandel fixierte Management der Stromwirtschaft kann dank dieser Verbandelung seine Interessen im energiepolitischen Prozess weitgehend durchsetzen.
Schweizer Strom kennt keine Grenzen: Die Schweizer Stromwirtschaft stellt in der Öffentlichkeit vor allem die Landesversorgung in den Vordergrund. Doch die Schweiz ist über Hochspannungsleitungen in allen Himmelsrichtungen in den europäischen Stromverbund integriert und besitzt Kraftwerke in ganz Europa. Sie ist längst zur Stromdrehscheibe Europas geworden. Unternehmen wie Axpo, Alpiq (Atel, EOS), BKW oder Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg verdienen Milliarden von Franken im europäischen Stromhandel. So wurden beispielsweise 2007 rund 40% der Wasserkraftproduktion zu hohen Preisen ins Ausland verkauft – im Gegenzug wurde billiger Kohle- oder Atomstrom für den Schweizer Bedarf oder für den Betrieb von Pumpspeicherkraftwerken eingekauft. Diese «Stromwaschanlagen» machen aus dem fossilen oder nuklearen Importstrom wieder «saubere» Wasserkraft: Wasser hochpumpen, dabei 30% des Stroms vernichten, Wasser wieder in die Tiefe schiessen lassen, verstromen und zu Spitzenpreisen im europäischen Stromhandel verkaufen. So funktioniert dieses Geschäft.
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Sauber sind vor allem die Renditen: Die Stromwirtschaft verdient seit Jahren gutes Geld. Jeden zweiten Franken verdienen die grosssen Player mittlerweile im Ausland. Die Jahresgewinne der grossen Stromunternehmen steigen seit 10 Jahren kontinuierlich. 2010 resultierte gemäss Elektrizitätsstatistik ein «verteilbarer Gewinn» von 5,6 Milliarden Franken (zum Vergleich 2000: 0,77 Mia.; 2005: 2,25 Mia. Franken).
