Neue AKW

  • Die Stromwirtschaft plant drei neue AKW
  • In 4-5 Jahren entscheidet das Volk
  • Ein neues AKW steht frühestens 2023

Der Countdown läuft: Bereits im Juni  2008 hat Atel ein Gesuch für ein zweites AKW in Gösgen eingereicht. Bis Ende 2008 wollen auch Axpo und BKW je ein  Rahmenbewilligungsgesuch für neue Atomkraftwerke beim Bundesamt deponieren. Die neuen AKW von Axpo und BKW sollen die AKW Mühleberg und Beznau 1+2 an den gleichen Standorten ersetzen. Die drei neuen Mega-Reaktoren hätten eine elektrischen Leistung von insgesamt 4800 Megawatt. Das heisst, die drei alten AKW mit einer gemeinsamen Leistung von gegen 1000 MW würden fast fünfmal ersetzt. Damit wäre die nächste Stromschwemme perfekt und es liegt auf der Hand, dass es den Konzernen eher ums Geld und nicht um die sichere Landesevrsorgung gehen kann. Pro AKW geht man von Baukosten zwischen 7 und 10 Milliarden aus - Reservevorhaltung, Netzintegration, Haftpflichtversicherung und Backend-Kosten exklusiv.

Kein Spaziergang für die AKW Promotoren: Werden die Rahmenbewilligungsgesuche von Bundesrat und Parlament nach einem umfangreichen Verfahren nach rund 4 Jahren gutgeheissen (wovon auszugehen ist), ergreift die Allianz „Stopp Atom“ das Referendum. Damit kommt es in der Schweiz zu einer Premiere: Zum ersten mal dürfen die Stimmbürger/innen Ja oder Nein sagen zu neuen AKW. Fällt der Volksentscheid gegen neue AKW aus, ist die Sache wohl erledigt. Sprechen sich die Stimmbürger/innen hingegen für neue AKW aus, folgt für die AKW-Promotoren noch ein langer verfahrenstechnischer Hürdenlauf bis zur endgültigen Betriebsbewilligung: Gutachten, Vernehmlassungen, öffentliche Auflagen und Einspracheverfahren sowie Beschwerdemöglichkeiten bis zum Bundesverwaltungs- und Bundesgericht werden mindestens zehn weitere Jahre in Anspruch nehmen. Angesichts der Tatsache, dass die AKW-Frage die Bevölkerung in zwei mehr oder weniger gleich grosse Lager spaltet, ist auch mit Protesten und Widerstandsaktionen zu rechnen, die zu grossen zeitlichen Verzögerungen führen können.

Neue AKW kommen zu spät: Erst wenn alle diese Hürden überwunden sind, könnten neue AKW die ersten Kilowattstunden ins Netz liefern. Das kann frühestens ab dem Jahr 2023 der Fall sein. Da scheint es um einiges vernünftiger, nicht so viel Zeit zu verlieren, und unsere ganze Kraft sowie finanziellen Mittel in sofort verfügbare Stromspartechnologien, die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und dezentrale Blockheizkraftwerke zu investieren. Das erspart uns - wie im Synthesebericht der Energieperspektiven des Bundes nachzulesen ist – ein weiteres „Klumpenrisiko„ mit unverantwortbaren Nebenwirkungen.