Energiepolitik
- In den letzten dreissig Jahren hat sich der Energieverbrauch weltweit mehr als verdoppelt
- Ein Drittel der Menschheit verbraucht 80% des Erdöls
- Die Schweiz ist mit ihrer Energiepolitik im Rückstand
In den letzten dreissig Jahren hat sich der Energieverbrauch weltweit mehr als verdoppelt: In der Schweiz stieg der Verbrauch um rund 50%. Rund neunzig Prozent des Welt-Energieverbrauchs werden heute durch die fossilen Energien Kohle, Öl und Gas gedeckt. Der immense CO2-Ausstoss durch deren Verbrennung für die Energiegewinnung ist die Hauptursache für die Klimaerwärmung.
Die Hauptverantwortung dafür tragen die Industrieländer: Sie stellen einen Drittel der Menschheit, verbrennen aber beispielsweise 80% des geförderten Erdöls. Die Prognosen sind düster: Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet bis 2030 mit einer weiteren Zunahme des weltweiten Energieverbrauchs um 38% bis 55%, parallel dazu erhöht sich auch der CO2-Ausstoss (27% bis 58%). In krassem Kontrast dazu steht das von der gleichen IEA proklamierte Klimaschutzziel: Bis 2050 soll der weltweite CO2-Ausstoss um 50 bis 85% reduziert werden. Diese enorme Diskrepanz zwischen Prognose und Ziel macht klar, dass wirksamer Klimaschutz nur über eine griffige Energiepolitik zu erreichen ist – von der globalen bis auf die lokale Ebene.
Die Schweiz ist mit ihrer Energiepolitik im Rückstand: Sie hat es in den letzten dreissig Jahren verpasst, die Weichen frühzeitig und entschlossen in Richtung effizientere Nutzung von Energie und die massive Förderung erneuerbarer Energien zu stellen. Darum steigt jetzt der energie- und klimapolitische Handlungsdruck – nicht nur wegen der kostspieligen Folgen der Klimaerwärmung. Steigende Preise für nichterneuerbare Energien, drohende Verknappung von Erdöl und Erdgas, absehbare (kriegerische) Verteilungskämpfe oder die wachsende Energieabhängigkeit von politisch instabilen Regionen beschleunigen das Umdenken in den Köpfen auch in der Schweiz. Dafür ist es höchste Zeit. Nach den Jahren des Stillstands ist jetzt ein energie- und klimapolitischer Massnahmenschub angesagt.

