Industrie und Gewerbe können Umweltkosten massiv senken

  • Elektromotoren: Einsparung von 135 Milliarden kWh in Europa.
  • Durch moderne Premium-Motoren könnte das Sparpotenzial ausgeschöpft werden.
  • Deshalb braucht es strengere Mindestanforderungen an Elektromotoren.


Der Stromverbrauch von Elektromotoren ist fast unvorstellbar gross: Schätzungsweise 300 Mio. elektrische Antriebe für Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren und mechanische Prozesse in der Industrie und in der Gebäudetechnik verbrauchen global rund 40% der elektrischen Energie. Das sind über 8000 Terawattstunden (TWh) pro Jahr (> 8000 Milliarden kWh = 133 x Stromverbrauch der Schweiz oder 1000 x Jahresproduktion des AKW Gösgen). Die Einsparpotenziale sind riesig: Mit Motoren und Motorensystemen der besten Effizienzklassen können global pro Jahr 2800 TWh entsprechend rund 150 Milliarden Franken Stromkosten eingespart und 1,8 Milliarden Tonnen CO2-Ausstoss vermieden werden. Allein in Europa liegt das Sparpotenzial bei 135 Mia. kWh pro Jahr oder vermiedenen Stromkosten von 14 Milliarden Franken. Das entspricht dem doppelten Gesamtstromverbrauch der Schweiz oder der Jahresproduktion von 15 Grosskraftwerken in der Grösse des AKW Leibstadt.

USA und Kanada haben die Nase vorn: Mit modernen hocheffizienten Premium-Motoren, die in den USA und Kanada bereits einen grossen Marktanteil erobert haben, muss dieses Potenzial auch in Europa und in der Schweiz erschlossen werden.

Zwei Mal Gösgen für Elektromotoren: Gemäss Angaben der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.) gehen in der Schweiz 27% des gesamten Stromverbrauchs auf das Konto von Elektromotoren. Das sind rund 17 Mia. kWh und entspricht der doppelten Jahresstromproduktion des AKW Gösgen. Das Einsparpotenzial durch bessere Elektromotoren, effizientere Gesamtsysteme und optimierte Steuerungen liegt bei rund 25% oder etwa vier Milliarden kWh pro Jahr entsprechend Stromkosten von mehr als 350 Millionen Franken. Das ist fast eineinhalb mal der Jahresstromproduktion des AKW Mühleberg. Dieses Einsparpotenzial kann kostengünstig durch strengere Mindestanforderungen an Elektromotoren erschlossen werden.