Das Einsparpotenzial ist immens

  • Die Stromproduktion von sechs Atomkraftwerken der Grösse des AKW Mühleberg kann durch Energieeffizienz gespart werden.
  • Der Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser kann durch Sanierungen von Gebäudehüllen um 50% reduziert werden.
  • Für diese Ziele sind energiepolitische Weichenstellungen unumgänglich.
Grafik: Bundesamt für Energie, Aktionsplan Energieeffizienz, Entwurf 3. September 2007Grafik: Bundesamt für Energie, Aktionsplan Energieeffizienz, Entwurf 3. September 2007Grafik: Bundesamt für Energie, Aktionsplan Energieeffizienz, Entwurf 3. September 2007Grafik: Bundesamt für Energie, Aktionsplan Energieeffizienz, Entwurf 3. September 2007

Die AKW Leibstadt und Gösgen lassen sich einsparen: Vom gesamten heutigen Stromverbrauch können rund 18 Mia. kWh oder etwa 30% durch effizientere Nutzung und sparsamere Geräte eingespart werden. Das entspricht immerhin so viel Strom, wie die zwei grössten AKW Leibstadt und Gösgen oder sechs Atomkraftwerke von der Grösse des AKW Mühleberg produzieren.

Immenses Einsparpotenzial im Gebäudebereich von 50%: Der Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser in bestehenden Gebäuden kann durch energetische Sanierungen um 50% reduziert werden, was gleichbedeutend mit der Halbierung des CO2-Ausstosses ist. Mit einem Neubaustandard wie Minergie-P verringert sich der Energieverbrauch gegenüber geltenden Baustandards sogar um 70% und mehr. Doch es geht noch viel besser: Positivhäuser werden zu Kraftwerken. Sie liefern unter dem Strich mehr Energie als sie für ihren Betrieb verbrauchen! Im Verkehrsbereich lässt sich der Energieverbrauch mit heutiger Besttechnologie um gut 30% reduzieren.

Problembereich Verkehr – 30% weniger Energieverbrauch reichen nicht: Um das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, genügen die besten heute verfügbaren Effizienztechnologien bei weitem nicht. Es braucht darum eine staatsquotenneutrale Lenkungsabgabe auch auf Treibstoffe, die verstärkte Förderung von öffentlichem Verkehr und Langsamverkehr, die Vermeidung unnötiger Gütertransporte und die konsequente Verlagerung von Güterfernverkehr auf die Schiene sowie ein «Road-Pricing-System». Längerfristig müssen Fahr- und Flugzeuge viel energieeffizienter werden, die Belegung von Autos deutlich steigen und eine Raumordnungspolitik durchgesetzt werden, die sich an einer Strategie der kürzeren Wege orientiert (Freizeit- und Pendlerverkehr).