Atomstrom trägt nicht zur Lösung des Klimaproblems bei

  • Atomstrom ist nicht CO2 frei.
  • Mit neuen AKW retten wir das Klima nicht – im Gegenteil.
  • Ein altes AKW mit einem neuen AKW zu ersetzen, spart kein Gramm CO2 ein.

Um ein AKW betreiben zu können, müssen hunderttausende von Tonnen radioaktives Gestein abgebaut und tranportiert werden.Der Uranabbau verursacht CO2-EmissionenAKW-Betreiber geben dem Atomstrom eine grüne ImageUranabbau ist ein energieintensiver Prozess

Alle Prozessschritte der Uranaufbereitung verursachen CO2. Ein Atomreaktor hat geringere CO2-Emissionen als ein Kohle- oder Gaskraftwerk. Das AKW ist jedoch nur eine kleine Station in der gesamten Urankette. Alle Prozessschritte der Uranaufbereitung, der Reaktorstilllegung und der Atommüllentsorgung benötigen fossile Energie und verursachen CO2.

Atomstrom deckt ledigtlich 2% des Weltenergiebedarfs. Um 10% der weltweiten Kohlestromproduktion durch Atomstrom zu ersetzen, wären ca. 1000 zusätzliche AKW nötig. Dazu fehlt die Zeit, das knapp werdende Uran und das Geld. Kommt dazu, dass die Atomindustrie diesen Effort nicht leisten könnte. Dazu fehlen die Spezialisten und Fertigungs-Kapazitäten. Heute gibt es genau eine Schlosserei in Japan, welche das Reaktorgefäss für den französischen EPR bauen kann.

Den Stromverbrauch senken bringt dem Klima mehr und ist erst noch viel billiger: Eine Kilowattstunde aus einem neuen Atomkraftwerk kostet mindestens dreimal so viel wie Effizienzmassnahmen zur Einsparung derselben.

Es braucht schnelle und ehrliche Klimamassnahmen. Der Klimawandel schreitet voran. Die Wissenschaft verlangt im nächsten Jahrzehnt eine Trendumkehr beim CO2. Ein neues AKW steht aber frühestens 2023. Zu spät. Das CO2 muss jetzt reduziert werden. Und – wer alte AKW mit neuen ersetzt, hat damit noch kein einziges Gramm CO2 eingespart. Wer ernsthaft das Klima schützen will, saniert den Gebäudepark, ersetzt Öl- und Elektroheizungen durch Holzheizungen und sorgt dafür, dass der VW Golf zwei statt sieben Liter verbraucht. Die Lösung heisst: Investition in Effizienz und (neue) erneuerbare Energien.