Fragen & Antworten zur Atomenergie
Schützen Atomkraftwerke das Klima?
Nein! Wenn das so wäre, müssten die USA ausgesprochene Klimaengel sein, denn sie betreiben weltweit die meisten Atomkraftwerke (103 von insgesamt 441). Stattdessen führen sie aber mit 20,3 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf und Jahr die Weltrangliste der Klimabelastung an. Das Argument, Atomkraftwerke tragen zum Klimaschutz bei, geht auf eine falsche Sichtweise zurück. Wird auch die Förderung der Rohstoffe, der Transport, Bau und Unterhalt eines Atomkraftwerks, die Verteilung des Stroms und die erforderliche zusätzliche Wärmeerzeugung berücksichtigt, schneidet Atomenergie gegenüber anderen Formen der Energieerzeugung beim Klimaschutz oft schlechter ab. Letztlich ist ein Ausbau der Atomenergie als Ersatz für wirksamere Klimaschutzmassnahmen allein aufgrund der Kosten illusorisch: Um auch nur 10% der fossilen Energie bis zur Mitte dieses Jahrhunderts durch Atomkraft zu ersetzen, müssten weltweit mehr als 1000 Atomkraftwerke neu gebaut werden.
Schaffen Atomkraftwerke Versorgungssicherheit?
Nein! Neue Atomkraftwerke schaffen keine Versorgungssicherheit, Im Gegenteil: Sie verhindern Investitionen in moderne effiziente Kraftwerke sowie in eine wettbewerbsfähige und innovative Energieversorgung. Der alte Kraftwerksbestand mit seiner unflexiblen, zentralistischen Struktur hält mittel- bis langfristig nicht mehr mit den veränderten Anforderungen einer nachhaltigen Stromwirtschaft mit.
Rechnen sich neue Atomkraftwerke?
Nein! Strom aus neuen Atomkraftwerken ist teuer und unrentabel – und lohnt sich nur noch, wenn der Staat indirekt mitfinanziert. Das tut er indem er die Betreiber im Monopol schützt, indem er die Haftpflicht-Versicherungskosten auf nahezu Null ansetzt und die Kosten für den Rückbau und die Langzeitverwahrung der Atomabfälle mutwillig unterschätzt. Selbst die atomfreundliche IEA gibt mittlerweile zu, dass Atomenergie ohne staatlichen Schutz nicht wirtschaftlich sei. Für die Elektrizitätswirtschaft sind Atomkraftwerke wegen der hohen Investitionskosten und dem gleichzeitig hohen Lebenszyklusrisiko keine attraktive Investition. In liberalisierten Märkten schon gar nicht. Deshalb raten Banken ab, in AKW zu investieren.
Atomenergie – unabhängige Stromproduktion?
Nein! Die Schweiz ist bei der Atomenergie zu 100% abhängig von Uranimporten. Nach aktuellen Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) gibt es weltweit etwa 4,7 Millionen Tonnen wirtschaftlich abbaubare Vorkommen von Uran. Diese Vorräte reichen beim gegenwärtigen Jahresverbrauch noch etwa 65 Jahre.
Gibt es weltweit eine Lösung für den Atommüll?
Nein! Atommüll bleibt für mindestens eine Million Jahre radioaktiv und damit giftig. Weltweit gibt es noch keine Lösung für den Atommüll, denn niemand weiss, wie mit den unbeherrschbaren Zeiträumen umzugehen ist. Atommüll ist ein strahlendes Erbe für mehr als tausend nächste Generationen.
Sichern Atomkraftwerke Arbeitsplätze?
Atomkraftwerke haben im Vergleich mit der restlichen Energiebranche nur wenig Beschäftigte, die aber nach einer Stilllegung noch längere Zeit wegen des Rückbaus der Anlagen beschäftigt werden. Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien dagegen lösen einen Schub für Arbeitsplätze mit Zukunft aus.





