Strompolitik

  • Schweizer Stromversorgung im Umbruch.
  • Erneuerbare Energien: Ausbau kommt schleppend voran.
  • Atom-Ausstieg: Fahrplan ungewiss.

Stromversorgung im Umbruch: Tiefe Strompreise und kein Spitzengeschäft mit Spitzenstrom mehr, dafür neue Technologien, neues Marktumfeld, viele neue dezentrale Energieproduzenten und neue Produkte: Die Energielandschaft steht definitiv vor einem radikalen, strukturellen Umbruch. Wasserkraftwerke und neue erneuerbare Energien erzeugen heute etwa 65%, Atomkraftwerke 35% des Schweizer Stroms. Nach der Reaktor-Katastrophe in Fukushima (Japan) erliessen Bundesrat und Parlament aber ein Neubauverbot für AKW. Das Mammutprojekt Energiewende wurde in Angriff genommen. Die «Energiestrategie 2050», ein Reformprojekt in zwei Etappen hat in einer ersten Phase die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien zum Ziel. In der zweiten Phase sollen ab 2021 mit einer ökologischen Steuerreform Anreize gesetzt werden, um die Energieeffizienz substanziell zu verbessern und den Energieverbrauch zu reduzieren.

Ausbau Erneuerbare: Tatsache ist, die Schweiz kommt mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien derzeit nur schleppend voran. Sie ist eines der Schlusslichter in Europa, wie das jedes Jahr von der SES publizierte Ökostrom-Ranking zeigt. Das Problem: Die Förderung der Solar- und Windkraftwerke ist aufgrund leerer Förderkassen blockiert. Mehr als 37'000 Projekte warten auf ihre Realisierung. Mit der Energiestrategie soll sich das ändern. Die Erhöhung des gesetzlichen Maximums auf 2,3 Rappen pro Kilowattstunde wird es ermöglichen, wenigstens die Warteliste grösstenteils abzubauen.

Atom-Ausstieg: Die fünf Schweizer AKW dürfen zwar nicht mehr durch neue AKW ersetzt werden; Nicht vorgeschrieben ist hingegen der Zeitpunkt für die Ausserbetriebnahme der bestehenden AKW. Das Atomkraftwerk Mühleberg wird Ende 2019 definitiv vom Netz gehen. Zu welchem Zeitpunkt die anderen vier folgen werden, entscheiden die Betreiber nach ihren Kriterien und das ENSI, das über die Sicherheit der AKW wacht. Die Stimmberechtigten werden jedoch am 27. November 2016 über die Atomausstiegsinitiative abstimmen können und entscheiden, ob sie für AKW ein maximales Betriebsalter von 45 Jahren festlegen wollen.

Position der SES

Position zu Strom