Atompolitik

  • Nukleartechnologie: von der Euphorie zur Ernüchterung.
  • Die Schweiz steigt aus.
  • Für einen geordneten Atomausstieg.

Von der Euphorie zur Ernüchterung: Die Nukleartechnologie zog in den 1960er Jahren Staat, Militär und Forschung in ihren Bann. Man setzte grosse Hoffnungen in diese neue Technologie und förderte deren Entwicklung grosszügig. In der Schweiz wurden von elf geplanten Reaktoren fünf gebaut. Restrisiko, Strahlen-Gefahren, die Endlichkeit des Rohstoffs Uran, Atomwaffen und die teuren Folgen der Stilllegung der alten AKW wie auch die Lagerung der strahlenden Abfälle während aber Jahrtausenden – davon wollte zunächst kaum jemand etwas wissen. Doch die ersten Atomunfälle in Three-Mile-Island liessen nicht lange auf sich warten, auch im Schweizer Versuchsreaktor Lucens ereignet sich ein Unfall. Die Schattenseiten der Atomtechnologie waren nicht mehr zu übersehen. In der Schweiz schlossen sich immer mehr Menschen der Anti-Atombewegung an. Nach Massendemonstration und schliesslich dem Reaktorbrand in Tschernobyl verhinderten 1986 die anhaltenden Proteste den Bau des sechsten AKW in Kaiseraugst.

Die Schweiz steigt aus: Doch erst 25 Jahre später, nach der Atomkatastrophe in Fukushima am 11. März 2011, beschloss die Schweizer Politik den Ausstieg aus der Atomenergie. Die vom Parlament 2016 verabschiedete Energiestrategie 2050 schafft den gesetzlichen Rahmen für die Energiewende. Trotz des Beschlusses kein neues AKW in der Schweiz mehr zu bauen, bleibt hingegen unklar, wann die hochbejahrten Schweizer Reaktoren (Baujahr 1969, 71, 72, 79, 84) vom Netz gehen werden. Nur die BKW hat bisher die Ausserbetriebnahme des zweitältesten Schweizer AKW festgelegt. Am 20. Dezember 2019 wird Mühleberg als erstes AKW den Leistungsbetrieb endgültig einstellen. Die anderen können so lange betrieben werden, wie sie von der Aufsichtsbehörde ENSI als sicher eingestuft werden. Somit fehlt in der Energiestrategie 2050 vorläufig ein fixes Ausstiegsdatum, und damit die nötige Planbarkeit für die Energiewirtschaft.

Für einen geordneten Atomausstieg: Abhilfe schaffen kann da die Volksinitiative «für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie», die am 27. November zur Abstimmung kommt, und welche die Laufzeit der AKW auf 45 Jahre befristet. Für die Initianten ist die Festlegung eines Ausstiegsdatums zwingend. Sie würde Sicherheit für die Bevölkerung, für die AKW-Betreiber und die Branche der erneuerbaren Energien bringen.

Position der SES

Position zum Atomausstieg