Wir leben in einer mobilitätsgeprägten Gesellschaft

  • Knapp 6 Millionen Autos rollen durch die Schweiz, die zurückgelegten Distanzen werden immer grösser und die Autos immer schwerer.
  • Gut ein Drittel des Endenergieverbrauchs wird heute in der Schweiz im Verkehrssektor verbraucht. Verkehrspolitik ist auch Energiepolitik.
  • Die Zukunft gehört dem Velo- und Fussverkehr und dem ÖV.

Knapp 6 Millionen Motorfahrzeuge sind in der Schweiz immatrikuliert: Drei Viertel davon sind Personenwagen. Die zurückgelegten Wege werden immer länger. Von durchschnittlich 36,7 km/Tag erledigen die SchweizerInnen mehr als zwei Drittel mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV). 40% der zurückgelegten Strecken entfallen auf den Freizeitverkehr. Diese Wege benötigen Infrastruktur. Bereits heute kommen 107m2 Strasse auf jeden Einwohner bzw. jede Einwohnerin – das ist mehr als doppelt so viel wie der/die durchschnittliche SchweizerIn an Wohnfläche zur Verfügung hat. Der Treibstoffverbrauch in der Schweiz gehört zu den höchsten in Europa. Unter anderem deshalb macht der Verkehr mittlerweile gut 37% des Endenergieverbrauchs der Schweiz aus.

Heute fährt und fliegt man zu 96% mit Erdölderivaten: Es wird jedoch mehr Erdöl konsumiert, als neu gefunden wird. Die Zeit des billigen Erdöls geht zu Ende. Bei immer knapper werdenden Reserven hängt die Schweiz am Tropf der Erdöl-Nationen. Welcher Rohstoff die Mobilität der Zukunft antreiben wird ist noch unklar – weder Erdgas, Agrotreibstoffe noch Elektromobilität sind die Lösungen der Stunde. Klar ist, dass sich das Ausmass der Mobilität verändern muss: Fahrzeuge müssen leichter, effizienter und sparsamer werden. Und sie müssen vermehrt geteilt werden. Aber das reicht nicht. Der Landverbrauch, die Endlichkeit und die Abhängigkeit des Öls zwingen uns zu einem Kurswechsel.

Die Zukunft gehört dem Langsamverkehr und dem ÖV: Grundsätzlich müssen die Bedürfnisse der Menschen auch in Fuss- oder Velodistanz befriedigt werden können. Dies muss bei der Stadt- und Raumplanung berücksichtigt werden. Die Fahrzeugflotte die trotz Ausbau des ÖV erforderlich bleibt, sollte aus kleineren und sparsameren Fahrzeugen bestehen, bevorzugt in Car-Sharing-Modellen. Politisch braucht es eine Energielenkungsabgabe, mindestens aber eine Treibstofflenkungsabgabe. Der motorisierte Individualverkehr (MIV) darf nicht subventioniert werden, auch nicht die Elektromobilität. Ein «entschleunigter» Nahverkehr tut allen gut – Klima, Umwelt und nicht zuletzt uns selber.

Position der SES

Position zu Mobilität