Die anderen Energienachrichten der SES Nr. 88 - August 2014

  • SES-Studie zu Uralt-AKW im Kern bestätigt
  • Atomkraft im Sinkflug
  • SES-Fachtagung am 26. September: Fossile Schweiz - Der Preis der Abhängigkeit
  • Fukushima: Ehemaliger Kepco-Vize gesteht jahrelange Schmiergeldzahlung
  • United Renewable Kingdom
  • Kein Dreckstrom aus der Dose: Petition unterschreiben!
  • Windräder sind schön!
  • Menschenbild, Musik und fast ein wenig Fischli/Weiss: Energiewendefestival
  • Blick in den Oktober: SES-Veranstaltung in Zürich

  SES-Studie zu Uralt-AKW im Kern bestätigt

Nach vier Monaten reagiert das ENSI auf die Studie von SES und Greenpeace «Risiko Altreaktoren Schweiz». Die beschriebenen Zweifel an der Sicherheit der Uraltreaktoren seien technisch nicht haltbar. Dieter Majer, der Autor der Studie und seines Zeichens ehemaliger Leiter der Abteilung «Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen» des deutschen Bundesumweltministeriums, hat nun die ENSI-Stellungnahme kommentiert: Die wesentlichen Aussagen würde das ENSI nicht widerlegen. 18 Punkte der Studie bleiben unkommentiert – und so ist davon auszugehen, dass das ENSI sie gut heisst. Majer bleibt bei seiner Empfehlung: Mühleberg und Beznau müssen vom Netz.

Und zwar so schnell wie möglich, sagt die SES.

 
 
  Atomkraft im Sinkflug

Die IAEA (International Atomic Energy Agency) kann solange Zahlen drehen, wie sie möchte, und vom anhaltenden «Atomboom» sprechen - Fakt ist: Die Atomkraft wird weltweit immer unwichtiger. Dies zeigt der jährlich erscheinende World Nuclear Industry Status Report (WNISR), der einen kritischen und unabhängigen Blick auf die Branche wirft. Werden nämlich «Langzeit-Ausfälle» nicht mehr zu den «AKW in Betrieb» hinzugezählt, ist seit 2002 die Zahl der aktiven AKW um 50 auf 388 gesunken (» Artikel auf Spiegel Online). Da der Neubau von Meilern wirtschaftlich unattraktiv ist, fokussieren die Betreiber der Länder mit alten AKW-Parks – allen voran die USA und Frankreich – auf Laufzeitverlängerung.  Der Umgang der beiden Länder damit könnte unterschiedlicher nicht sein, doch gibt es einen grundlegenden Unterschied zur Schweiz: «Die Schweiz hat weder die französischen noch die amerikanischen Regeln, sondern gar nichts», sagt SES-Expertin ­Sabine von Stockar im Artikel des «Tagesanzeigers».

 
 
  SES-Fachtagung am 26. September: Fossile Schweiz - Der Preis der Abhängigkeit

Es hat noch ein paar wenige Plätze. Melden Sie sich jetzt an und sind mit dabei an der topaktuellen SES-Fachtagung zum Preis der Abhängigkeit von fossilen Energien.
Russland und die Ukraine stehen miteinander im Krieg. Ein beträchtlicher Teil des in der Schweiz konsumierten Gases stammt aus Russland und fliesst durch die Ukraine. Wie lange noch?
Über 50% des in die Schweiz importierten Rohöls stammt aus Libyen und Nigeria, zwei Länder mit einer katastrophalen Menschenrechtssituation, in welchen Bürgerkrieg und Unrecht an der Tagesordnung sind. Trägt die Schweiz hierbei eine  Mitverantwortung?

» Informationen und Anmeldung

 
 
  Fukushima: Ehemaliger Kepco-Vize gesteht jahrelange Schmiergeldzahlung

Brisante Fakten bringt das Interview der Tageszeitung Asahi Shinbun mit Chimori Naito (91), dem ehemaligen Vize-Direktor von Kepco (Kansai Electricity), ans Tageslicht. Während mindestens 18 Jahren – ab 1972 – haben er und die Firmenleitung jährlich 20 Millionen Yen (rund 170‘000 Franken) an den jeweils amtierenden Premierminister überwiesen. Das sind insgesamt sieben oberste Staatschefs – sie werden im Interview namentlich genannt.

Mehrere Hundert Millionen Yen gingen zudem jährlich an andere Politiker. Weshalb und wofür? Für die möglichst reibungslose Einführung und Förderung der Atomenergie war die Unterstützung durch die Politiker notwendig… Chimori Naito glaubte damals, etwas Gutes zu tun. Nach Fukushima hat er seine Meinung geändert und in insgesamt 69 Stunden Interviews über die Gepflogenheiten im «Atomdorf Japan» informiert.(Quellen: Asahi Shinbun)

» Weitere Fukushima-News auf der SES-Webseite

 
 
  United Renewable Kingdom

Die AKW in Grossbritannien, teils seit 1970 am Netz, werden immer anfälliger. Jetzt fallen gleich fünf Meiler zeitgleich aus. Dunkel wirds auf der Insel deswegen nicht, denn Windkraftanlagen decken stattdessen den Bedarf. An zwei stürmischen Augusttagen ist der Windkraftsanteilrekord hintereinander gebrochen worden: 22% der Elektrizität wurde aus Windturbinen gewonnen (rund 5800 MW oder 15 Millionen Haushaltungen). Gleichzeitig erlebt Grossbritannien einen wahrhaften Solarboom: Innert drei Jahren wurden 4500 Megawatt neu ans Netz angeschlossen, und das meist auf den Dächern von Wohngebäuden. Die Briten werden damit die sechstgrössten Nutzer von Sonnenenergie. Punkto Insel richtet sich der Blick im Moment primär auf die Schotten, die am 18. September abstimmen, ob sie raus aus dem United Kingdom wollen. Schottland will auch - unabhängig vom Ausgang des Referendums - raus aus der Atomkraft und spätestens 2020 komplett auf Erneuerbare setzen.

 
 
  Kein Dreckstrom aus der Dose: Petition unterschreiben!

Dreckstrom scheint billg, kommt uns aber teuer zu stehen. Denn Kohle, Gas und Uran schaden Mensch und Umwelt. Deshalb soll eine Abgabe auf den Dreckstrom – abhängig von Gesund- und Umweltskosten sowie ungedeckter Risiken – sauberem Strom wirtschaftlich eine faire Chance  geben. Die SES befürwortet die Petition von WWF und Swissolar, denn so kommen wir dem Verursacherprinzip ein wenig näher.

» Unterschreiben Sie die Petition online auf dreckstrom.ch

 
 
  Windräder sind schön!

AKW sind gefährlich, Gas politisch problematisch und Kohle der ultimative Klimakiller. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer findet persönlich Windräder schön und votiert in einem lesenswerten Artikel in der «Welt», ihren Anblick zumindest ertragen zu lernen. Es gebe für jede Lösung ein Problem, aber: «Wenn wir nicht Pippi Langstrumpf spielen wollen, bleibt uns die Entscheidung zwischen den Nachteilen der herkömmlichen Energiequellen und der erneuerbaren Energien nicht erspart. Ich muss nicht lange überlegen, um mich bei dieser Wahl für den Anblick von Windrädern zu entscheiden.»



 
 
  Menschenbild, Musik und fast ein wenig Fischli/Weiss: Energiewendefestival

Aus dem Symbol für tödliche, radioaktive Strahlung wird ein helles Windrad. Mit diesem dynamischen Menschenbild werden am Energiewendefestival vom 12. bis 14. September in Rubigen bei Bern Hunderte die Forderungen nach einer konsequenten Energiewende bildlich und real darstellen. Daneben feiern zahlreiche Bands die musikalische Energiewende. Zur Einstimmung gibt es ein Filmchen der Crazy-Energiewendefestival-Maschine, frei nach Fischli/Weiss.


 
 
  Blick in den Oktober: SES-Veranstaltung in Zürich

Die Stromversorgung ist im Umbruch – bald wird neue erneuerbare Energie statt Atomstrom durch die Netze fliessen. Braucht die Schweiz deswegen neue Stromspeicher? Die SES geht diesem Thema an der Veranstaltung am 21. Oktober 2014 in Zürich nach. Mit dabei als Referent ist der deutsche Speicherexperte Dirk Uwe Sauer.

» Flyer mit ausführlichen Informationen


 
 

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