Die anderen Energienachrichten der SES Nr. 85 - Mai 2014

  • SES-Kommentar zur Atommüllfrage: Auf den Sanktnimmerleinstag verschoben
  • Bund soll Abriss der AKW finanzieren
  • Neue erneuerbare Energien: Die Schweiz liegt europaweit auf dem zweitletzten Platz
  • Japanische AKW-Betreiber denken laut über die Abschaltung der Altreaktoren nach
  • Obama investiert in Erneuerbare
  • «Erneuerbare» Briefmarke
  • Gesundheitliche Konsequenzen der Kohlestromförderung in Österreich
  • Ein Ja zu «Mühleberg vom Netz»
  • SES-Veranstaltzung im Juni: Kantone - Treiber und Gewinner der Energiewende
  • Die Beschiss-Politik des BAFU

 

SES-Kommentar zur Atommüllfrage: Auf den Sanktnimmerleinstag verschoben

Die Nagra und das Bundesamt für Energie verschieben die Realisierung eines Atommülllagers um weitere 20 Jahre – um eine weitere Generation. Sie geben das Problem an die Kinder unserer Kinder weiter. Bis 2060 soll es nun dauern, bis Behörden und Nagra ein Lager gefunden haben wollen. Zeugt das von Unfähigkeit oder Absicht? Es ist zumindest ein Beweis dafür, dass wir noch sehr weit von der Lösung entfernt sind.

» Lesen Sie den ganzen Kommentar auf unserer Website.

 
 
 

Bund soll Abriss der AKW finanzieren

Die drei grossen deutschen Energieversorger wollen ihr Atomgeschäft loswerden: Sie fordern eine staatliche Stiftung, welche die Stilllegung der Reaktoren und die Endlagerung des Mülls finanziert. Der Beitrag der Stromkonzerne: die bereits gesetzlich festgelegten Rückstellungen von 30 Milliarden Euro. Da diese Rückstellungen nicht komplett verfügbar sind, könnte diese Stiftung durchaus Sinn für die deutsche Regierung machen. Denn sie wäre bei späterer Zahlungsunfähigkeit der Stromversorger abgesichert. Kleines Detail am Rande: Die geplante Stiftung wird auch «Energie-Stiftung» genannt.

» Bericht auf Spiegel Online

» Bericht zur Reaktion des Ministeriums auf Zeit.de

 
 
 

Neue erneuerbare Energien: Die Schweiz liegt europaweit auf dem zweitletzten Platz

Nur Ungarn produziert noch weniger Strom aus neuen erneuerbaren Energien als die Schweiz. Kümmerliche 83 kWh/Kopf werden hierzulande jährlich aus Sonne und Wind generiert, bei unserem nördlichen Nachbarn sind es stattliche 1040 kWh. Beim «Tabellenleader» Dänemark sind es sogar 2070 kWh/Kopf. Die Photovoltaik hat die Schweiz in den letzten Jahren vorangetrieben, doch bei der Windkraft fehlt der Schwung.

» Ausführliche Mitteilung auf der SES-Website.

 
 
  Japanische AKW-Betreiber denken laut über die Abschaltung der Altreaktoren nach

Seit September 2013 sind alle 48 AKW in Japan vom Netz und dürften es auch noch einen Moment bleiben, denn: Neue und strengere Sicherheitsstandards machen es schweirig, die Bedingungen für eine Wiederinbetriebnahme zu erfüllen. Die Präsidenten der vier AKW-Betreiberfirmen haben nun auch – unabhängig voneinander – eine definitive Abschaltung der sieben plus/minus 40jährigen Reaktoren ins Auge gefasst. Der Grund: zu hohe Investitionskosten. (Quelle: Yomiuri-Shinbun, The Huffington Post, Akahata-Shinbun, Asahi-Shinbun, Komeito-Shinbun, ISEP).

» Lesen Sie einen ausführlichen Bericht auf der SES-Webseite

 
 
 

Obama investiert in Erneuerbare

US-Präsident Barack Obama setzt auf Erneuerbare: Auf dem Weissen Haus werden Solapanels installiert. Das gab es zwar schon mal, aber Schauspieler Ronald Reagan liess sie kurzerhand wieder abmontieren. Obama geht noch viel weiter: Zwei Milliarden Dollar sollen in den nächsten drei Jahre für Energiespar-Massnahmen bei Bundesgebäuden investiert werden. Auch soll Geld in die Ausbildung fliessen: Bis 2020 sollen 50'000 Fachkräfte für die Solar-Industrie bereitstehen. Mit dieser Exekutiv-Anordnung kann Obama den Kongress umgehen und die Kritiker von Förderprogrammen für erneuerbare Energien aushebeln.

» Zukunftsvision made in USA: Strom aus der Luft

 
 
 

«Erneuerbare» Briefmarke

Lieber spät als gar nie: Drei Jahre, nachdem der Bund mit der «Energiestrategie 2050» die ersten Weichen für die Energiewende angekündigt hat, zieht nun auch die Schweizerische Post nach. Eine neue 1-Franken-Sonderbriefmarke ist den erneuerbaren Energien gewidmet. Die neue Briefmarke ist am 8. Mai 2014 zeitgleich mit Motiven urschweizerischen Kulturgutes erschienen: Pilatusbahn, Alphorn und Hackbrett. Vielleicht ist das ja ein gutes philatelistisches Omen??

 
 
 

Gesundheitliche Konsequenzen der Kohlestromförderung in Österreich

Rund 1,3 Millionen Tonnen Steinkohle werden pro Jahr in Österreich zu Strom verfeuert. Das produziert über 3.5 Millionen Tonnen CO2. Diese Emissionen haben gravierende gesundheitliche Folgen: 120 vorzeitige Todesfälle, 21'600 zusätzliche Asthmaanfälle bei Kindern und Erwachsenen. Verlorene Arbeitstage und die finanzielle Belastung des Gesundheitssystemes belasten die Volkswirtschaft mit rund 195 Millionen Euro pro Jahr. Das zeigt eine Studie der Umweltorganisation Global 2000. Und das geht auch uns hier in der Schweiz etwas an, denn: Luftschadstoffe und Feinstaub machen nicht an Landesgrenzen halt.

» Studie Auswirkungen der Kohleverbrennung in Österreich

 
 
 

Ein Ja zu «Mühleberg vom Netz»

Sie dürfen im Kanton Bern abstimmen? Dann stimmen Sie Ja zu Mühleberg vom Netz - und mobilisieren Sie Ihre ArbeitskollegInnen, ihre Vereinsgspänli, ihre Facebook-FreundInnen und Tanten und Verwandten zu einem Ja. Das gilt auch für alle die, die nicht selbst ein Ja in die Urne werfen dürfen. Für die SES steht fest: Das gefährlichste AKW der Schweiz muss sofort vom Netz!

 
 
 

SES-Veranstaltzung im Juni: Kantone - Treiber und Gewinner der Energiewende

Auf welche Energieträger setzen die Kantone? Wer verbraucht am meisten Erdöl - und welcher Kanton hat bei den erneuerbaren Energien die Nase vorn? Im Auftrag der SES hat die ZHAW berchnet, welche Kantone von der Energiewende profitieren und sie vorantreiben. Am Dienstag, 17. Juni 2014, um 13 Uhr stellen wir diese Studie in Bern vor und lassen Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik zu Wort kommen.

» Ausführliche Informationen und Anmeldung

 
 
 

Die Beschiss-Politik des BAFU

Die Schweiz, so sagt das BAFU, hat die Kyoto-Verpflichtungen erfüllt – allerdings hauptsächlich dank Zertifikatekauf. Die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, indem ein Kompensations-Zertifikat gekauft wird, ist aber schon ein ziemlicher Beschiss. Das Kyoto-Protokoll lässt diesen CO2-Zertifikatehandel zwar exliplizit zu, aber: Wenn alle Industrieländer ihre Klimaziele so erreichen wollen, gäbe es nie und nimmer genug Zertifikate. Zudem: Eine zukunftsweisende Klimapolitik ist das auch nicht. Diese würde nämlich für die Schweiz eine Emissionsreduktion bis 2020 gegenüber 1990 um 40% vorsehen.

So nicht, liebes BAFU, sagt die SES.

» Lesen Sie den ganzen Kommentar auf unserer Website.

 
 

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