Energiewende kostet weniger als die Nicht-Wende

SES-Medienmitteilung, 19. Juni 2013 - Die Schweizerische Energie-Stiftung SES veröffentlicht heute ihre neue Studie zu den Kosten der Energiewende beziehungsweise zu den Kosten einer Nicht-Wende. Die Studie «Kosten der (Nicht-)Energiewende» beweist: Eine zügig umgesetzte Energiewende ist spätestens ab 2040 kostengünstiger als die Nicht-Wende. Bei einem Szenario «hohe Preise fossiler Energien» sogar bereits ab 2020.

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Die Energiewende ist ein Generationenprojekt. Die SES hat sich der Kostenfrage angenommen, weil diese korrekterweise zentral ist für unsere künftige Energieversorgung. Die SES-Studie «Kosten der (Nicht-)Energiewende» geht der Frage nach, unter welchen Rahmenbedingungen eine konsequente Energiewende wie viel kostet und wie sich der Kostenvergleich mit der Nicht-Wende darstellt. Sie untersucht in Anlehnung an die Szenarien des Bundes «Weiter wie bisher» und «Neue Energiepolitik» den Zeitraum bis 2050 und berechnet zwei Kostenszenarien.

Energiewende lohnt sich finanziell für die Schweiz
Die neue SES-Studie zeigt: Die Energiewende lohnt sich auf jeden Fall. Bei einer moderaten Ölpreisentwicklung ist die Wende spätestens ab 2040 profitabel, im realistischeren Hochpreisszenario sogar schon ab 2020, bis zu diesem Zeitpunkt halten Mehr- und Minderkosten sich die Waage.

Zusammenfassend sind folgende drei Punkte als Studienergebnisse besonders hervorzuheben:

  1. Ab spätestens 2040 kostet die Energiewende weniger als die Nicht-Wende. Bei einem moderaten Ölpreisszenario weist die Energiewende gegenüber der Nicht-Wende Mehrkosten von im Mittel 1 % oder 41 CHF pro Person und Jahr auf. Im letzten Jahrzehnt der betrachteten Periode führt die Energiewende sogar zu tieferen Gesamtkosten.
  2. Bei höheren Preisen rentiert die Energiewende ab 2020. Ein Hochpreisszenario geht von einem Ölpreis von 210 USD pro Barrel bis im Jahr 2050 aus. Bei diesem sehr wahrscheinlichen Szenario wirkt sich die Energiewende bereits in den ersten Jahren wirtschaftlich vorteilhaft aus und führt zu mittleren jährlichen Minderkosten von 3,3 Mrd. CHF oder einer Einsparung von 374 CHF pro Person und Jahr.
  3. Mit mehr Suffizienz rentiert sich die Energiewende noch schneller. Die Annahme einer halbierten Zunahme der Wohnfläche pro Person, 0,5 °C tieferen Raumtemperaturen und von stabilisierten Personenkilometern auf dem Niveau von 2010 führt zu mittleren jährlichen Minderkosten von 0,4 Mrd. CHF pro Jahr.

Indirekte positiv-Effekte
Es liegt auf der Hand, dass die Energiewende die Schweiz unabhängiger vom Ausland macht, denn sie führt zu Einsparungen Importbereich: Heute fallen fast 40% der Energieversorgungskosten auf Importe, was mit der Nicht-Wende gleich bleibt. Die Energiewende reduziert die Importkosten für Energieträger auf 16% bis 2050. Das bedeutet jährlich mindestens 7 Mrd. CHF weniger Geldabfluss im Jahr 2050. Ein Teil davon wird eingespart, ein Teil fällt als Investitionen im Inland an und bringt grosse Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzpotenziale mit sich.

Aus energiepolitischer, versorgungstechnischer und volkswirtschaftlicher Sicht gibt es nur noch eine Stossrichtung: Wenden und zwar heute!


Mehr Informationen:
Bernhard Piller, SES-Projektleiter
Fon: 044 275 21 24
Mobile: 079 823 64 93
Mail: bernhard.piller@energiestiftung.ch

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