Atommüll-Entsorgungsprogramm: Kein sicheres Lager in Sicht!

Medienmitteilung, 27. September 2012 - Am Freitag, 28. September, endet die Anhörung zum Entsorgungs-programm für Schweizer Atommüll. Das Konzept der Tiefenlagerung ist unausgereift. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES fordert, dass das Bundesamt für Energie BFE das Konzept, sowie das Entsorgungsprogramm und den Sachplan überarbeitet.

Das vorliegende Entsorgungsprogramm wurde 2008 von der Nagra erstellt. Diesen Freitag, 28. September – also ganze vier Jahre später – endet die Anhörungsfrist der Berichte NTB 08-01 und 08-02 der Nagra. Ziel des Entsorgungsprogramms ist es, die nötigen Schritte auf dem Weg zu einem Tiefenlager festzulegen.

Konzept der Tiefenlagerung ungenügend
«Wir brauchen eine Lösung für den Atommüll», sagt Sabine von Stockar, SES-Projektleiterin. «Leider genügt das Konzept, auf dem das Entsorgungsprogramm beruht, bei weitem nicht.» Am Tiefenlagerungskonzept bleiben zu viele technische Fragen offen und Langzeitfragen werden nicht angemessen berücksichtigt. «Genau die Problematik des schier endlosen Zeitraumes liegt in der Natur der Sache bei radioaktivem Material und ist deshalb von zentraler Bedeutung für die Sicherheit von Mensch und Umwelt. Eine aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Lösung reicht dabei nicht», so von Stockar.

Mängel an Entsorgungsprogramm
Trotz der grundsätzlichen Kritik am Tiefenlagerkonzept befasst sich die SES mit dem aktuellen Prozess und arbeitet im Sinne einer konstruktiven Mitarbeit an einer möglichst sicheren Lösung für den Atommüll. Die SES sieht erhebliche Mängel am Entsorgungsprogramm der Nagra und dem aktuellen Verfahren, insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Die Kritik am Sachplanverfahren wird nicht aufgenommen. In diesem Zusammenhang verweist die SES auf den Rücktritt von Experten wie Marcos Buser und Walter Wildi aus eben diesem Grund.
  • Das Verfahren erfolgt nicht nach dem Sicherheitsprimat: zum Beispiel sind die verschiedenen potenziellen Standorte nicht auf dem gleichen geologischen Wissensstand.
  • Die Bevölkerung wird über die interessensgesteuerte und einseitige Kommunikationspolitik der Nagra informiert (Vgl. Wanderausstellung Timeride).
  • Die Möglichkeit einer allfällige Rückholung des Atommülls auch nach dem Verschluss ist nach den jetzigen Plänen der Nagra nicht vorgesehen.

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES fordert das Bundesamt für Energie BFE auf, das Konzept, sowie das Entsorgungsprogramm und den Sachplan zu überarbeiten, um ein möglichst sicheres Lager planen zu können.

» Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier

Mehr Information:
Sabine von Stockar, Projektleiterin,
Mobile: 079 223 56 86
Fix: 044 275 21 25
Mail: sabine.vonstockar@energiestiftung.ch

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