Axpo produziert den dreckigsten Strom

Medienmitteilung, Zürich, 19. Juli 2012 - Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat untersucht, welcher Schweizer Energieversorger am meisten Dreck produziert. Berechnet wurde die Menge der produzierten radioaktiven Abfälle, die Klimabelastung und die Umweltbelastung durch die Stromproduktion von Alpiq, Axpo, BKW und Repower im In- und Ausland. Den dreckigsten Strom produziert die Axpo. Bei keinem der vier grossen Schweizer Stromunternehmen spielt die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle.

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Die beiden grössten Schweizer Stromkonzerne Axpo und Alpiq haben 2011 den dreckigsten Strom pro Kilowattstunde (kWh) produziert. Während Alpiq ihren Mix im Ausland mit viel Gas und Kohle verschmutzt, stammen zwei Drittel des Axpo-Stroms aus AKW.

Alpiq heizt das Klima auf
Der Alpiq-Strom verursachte 2011 am meisten Treibhausgas-Emissionen (CO2-Äquivalent1). Ganze 44% des Alpiq Strommixes wurde in fossilen Kraftwerken, fast ausschliesslich im Ausland erzeugt, davon rund ein Viertel in Kohle- und Erdölkraftwerken. An zweiter Stelle steht Repower, die ganze 45% in fossilen Kraftwerken produzierte (In- und Ausland). Mit 13%, rsp. 8% fossile Produktion folgen Axpo und BKW. Sie besitzen zwar ebenfalls Gaskraftwerke, allerdings spielen diese eine geringere Rolle als bei Alpiq und Repower.

Axpo produziert am meisten Atommüll
Pro produzierte kWh verursachte die Axpo am meisten Atommüll. Ganze 65% des Axpo-Stroms kamen 2011 aus Atomkraftwerken. Die BKW produzierte am zweitmeisten Atommüll und bei Alpiq stammten immerhin noch 29% des Stroms aus AKW. Repower produziert mit Abstand am wenigsten Atommüll, weil sie nur indirekt an AKW beteiligt ist.

Axpo-Strom belastet die Umwelt am meisten
Im Vergleich der Umweltbelastungspunkte pro Kilowattstunde (UBP/kWh2) schneidet die Axpo wegen der hohen Atommüllproduktion mit 417 UBP pro kWh mit Abstand am schlechtesten ab. Auf Rang 2 ist aufgrund ihres hohen Anteils an fossilen Energieträgern die Alpiq mit 344 UBP pro kWh. Die Alpiq ist zudem das einzige Schweizer Unternehmen, das Kohlekraftwerke betreibt. Strom aus Kohlekraftwerken belastet die Umwelt doppelt so stark wie Strom aus Gaskraftwerken. Die Repower weist im Vergleich zu den anderen drei Stromkonzernen einen relativ hohen Anteil Wasserstrom und nur wenig Atomstrom im Produktionsmix auf und erreichte deshalb 211 UBP pro kWh.

Grosse Stromunternehmen produzieren fast nichts mit neuen erneuerbaren Energien
Die Alpiq besitzt in der Schweiz gerade mal einen Windpark. Die Axpo gar keinen. Aber auch BKW und Repower investieren bei weitem nicht genug in die neue erneuerbare Stromproduktion. Im Strommix der BKW fallen gerade mal 3.78 Prozent auf neue erneuerbare Energien, bei der Axpo 0.36 Prozent, bei der Alpiq sind es 1.1 Prozent und bei der Repower 2.64 Prozent. Die Energiewende hat bei den vier grossen Schweizer Stromunternehmen noch nicht begonnen.

Die SES fordert die grossen Schweizer Stromunternehmen auf, jetzt endlich in die erneuerbare Schweizer Stromproduktion zu investieren. Geld in fossile Kraftwerke und marode Uralt-Reaktoren zu stecken bringt der Schweiz nichts. Mit Investitionen in einheimische Erneuerbare hingegen wird die Schweizer Stromversorgung nachhaltig gesichert,  die Volkswirtschaft gestärkt, KMU bekommen neue Aufträge und es entstehen neue Arbeitsplätze.

Grafiken in Druckqualität

UBP/kWh 2011 Atommüll/kWh 2011 CO2-Äquiv./kWh '11
Axpo-Strommix 2011 Alpiq-Strommix 2011 BKW-Strommix 2011 Repower-Strommix


Für mehr Informationen:
Sabine von Stockar, SES-Projektleiterin Strom&Atom
Tel. 044 275 21 21
Mobile: 079 223 56 86

1) CO2-Äquivalent gibt an, wie viel eine festgelegte Menge eines Treibhausgases (CO2 und andere Gase) zum Treibhauseffekt, rsp. zur Klimaerwärmung beiträgt.

2) Die Umweltbelastungspunkte (UBP) berücksichtigen die gesamte Umweltbelastung der Stromproduktion: CO2-Aussstoss, weitere Abgase, radioaktive Abfälle, Wasser- und Landverbrauch usw. von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Entsorgung der Abfälle.

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