Erdbebennachweis: AKW werden sichergerechnet

Medienmitteilung vom 9. Juli 2012 - Heute hat das ENSI seine Stellungnahme zu den Erdbeben-Sicherheitsnachweisen der Schweizer AKW veröffentlicht. Was laut Erdbebenstudie Pegasos als unsicher galt, wird heute wieder als sicher bezeichnet. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hegt deshalb Zweifel am heutigen Erdbeben-Blanko-Check. Die SES fordert das ENSI auf, die AKW an die Erdbebensicherheit laut Pegasos anzupassen.

Die Schweizer AKW müssen einem Erdbeben, wie es alle 10'000 Jahre vorkommen kann, standhalten können. Heute hat die Sicherheitsbehörde die Nachweise der AKW-Betreiber bewertet.

Der Skandal um die Pegasos-Studie
Im Jahr 1977 wurde erstmals die Erdbebensicherheit der Schweizer AKW untersucht. Damals galten sie als erdbebensicher. Fast 30 Jahre später gab das ENSI die Pegasos-Studie in Auftrag. Deren Resultate zeigten 2007: Die Erdbebengefahr ist für Schweizer AKW deutlich höher, als bisher angenommen. Doch als Folge massiver Kritik der AKW-Betreiber, wurde die Studie von swissnuclear - dem Fachverband der AKW-Betreiber - neu gerechnet: Das «Pegasos Refinement Projekt» soll die Erbebengefahren wieder kleiner rechnen, weil die Schweizer AKW Pegasos nicht überstehen würden. Die heutigen Aussagen des ENSI basieren lediglich auf Zwischenergebnissen dieses Pegasos Refinement Projekts. Wie die offzielle Erdbebengefährdung an den AKW Standorten wirklich aussieht, ist bis heute unklar.

ENSI rügt die Betreiber, bezeichnet AKW aber dennoch als sicher
Die heute publizierte Medienmitteilung des ENSI enthält zu Beginn die Aussage, dass die Schweizer AKW sicher seien und endet mit einer Liste, die in neun (!) Punkten die Vollständigkeit der Analysen auf Betreiberseite fordert. Der Sicherheitsnachweis einer Hochrisiko-Technologie muss unbedingt auf vollständigen Analysen beruhen. Es ist schwer nachvollziehbar, dass die Sicherheitsbehörde nicht auf vollständige Analysen und definitive Resultate der Pegasos-Studie wartet, bevor sie die Schweizer AKW als «erdbebensicher» bezeichnet.

Die SES fordert das ENSI auf, die AKW an die Erdbebensicherheit laut Pegasos anzupassen statt Pegasos auf die Bedürfnisse der AKW-Betreiber hinzurechnen.

Mehr Informationen:

Sabine von Stockar, SES-Projektleiterin Strom&Atom

Tel. 044 275 21 25

Mobile: 079 223 56 86

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