Februar-News aus Fukushima
6. Februar 2012 - In Zusammenarbeit mit der japanischen Fachjournalistin Kaori Takigawa liefern wir monatlich Aktualitäten & Hintergründe direkt aus Japan. Für Fragen oder Anregungen stehen wir per oder telefonisch unter 044 275 21 21 gerne zur Verfügung.
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Die Blog-Einträge im Februar:
1. 12'000 Teilnehmer an der Atomausstiegs-Konferenz in Yokohama
2. Kampf um Stresstests und Wiederhochfahren von AKW
3. Böse Überraschungen bei Neubauten
4. Dächer vermieten für Solaranlagen – statt AKW
5. Strahlungskrankheiten bei Kindern?
6. Staatsfernsehen enthüllt radioaktive Gewässerverseuchung
7. Fukushima aus Patientenstatistik ausgeschlossen
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1. 12'000 Teilnehmer an der Atomausstiegs-Konferenz in Yokohama » Zur Yokohama Declaration for a Nuclear Power Free World » Zum Video der Konferenz (Englisch) |
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2. Kampf um Stresstests und Wiederhochfahren von AKW |
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3. Böse Überraschungen bei Neubauten In einem im Juli 2011 gebauten Mehrfamilienhaus in der Stadt Nihonmatsu in der Präfektur Fukushima wurde in den Räumen hohe Strahlung (1.16 Mikrosievert pro Stunde) gemessen. Ursache sind Steine, welche im Betonfundament eingegossen worden sind und die aus einem Steinbruch stammen, der 10 Kilometer entfernt vom Unfallreaktor liegt. Der Stadtpräsident von Nihonmatsu verlangt von Tepco und dem japanischen Staat, dass die Bewohner vollumfänglich zu entschädigen seien. Steine aus demselben Steinbruch sind an verschiedene Händler verkauft worden, für Wohnungen, Strassen, Parkanlagen und Gewässerbau – insgesammt auf rund 1000 Baustellen. Bisher bestehen keinerei gesetzliche Grenzwerte für Bausteine! Quelle: Zeitung Mainichi-Shinbun, Save Children |
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4. Dächer vermieten für Solaranlagen – statt AKW |
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5. Strahlungskrankheiten bei Kindern? Dr. Shuntaro Hida ist ein 94-jähriger Arzt, der die Atombomben von Hiroshima noch erlebt hat und die geschädigten Patienten mit Strahlenkrankheiten über Jahrzente begleitet hat. An der Gründungskonferenz der «Arbeitsgemeinschaft Innere Strahlung» hat Dr. Hida eine fulminante Rede gehalten. Darin führt er aus, wie die gesundheitlichen Folgen der Atombomben nach dem zweiten Weltkrieg durch die USA und die japanische Regierung konsequent versteckt worden seien. Deshalb gebe es keine genauen wissenschaftlichen Informationen von damals und die Folgen innerer Strahlung (durch Nahrung und Atmung) wurden nie als Krankheit anerkannt. «Die ausgetretene Radioaktivität von Fukushima ist eine Mischung aus Uranium und Plutonium, wie jene der Bomben von Hiroshima und Nagasaki. Es ist nur logisch anzunehmen, dass bestrahlte Leute dasselbe erleiden werden, wie nach den Bombenabwürfen. Die unerklärbaren Folgen der inneren Strahlung zeigten sich damals genau nach einem Jahr. Ich vermute, dass etwa ab März 2012 viele Menschen unter unerklärbaren Symptomen leiden werden. Leider gibt es keine Ärzte in Japan, welche diese bedauernswerten Menschen sachkundig beraten könnten. Sondern alle werden ihnen sagen, dass sie nicht krank seien. Genau so wie damals in Hiroshima und Nagasaki. Die Menschen litten unter Antriebslosigkeit, wurden arbeitsunfähig und von der Gesellschaft ausgeschlossen.» Bei Shuntaro Hida häufen sich seit Mai 2011 immer mehr Anfragen aus ganz Japan unerklärliche Symtome bei Kindern betreffend: Durchfälle, Nasenbluten, Hämatome, Mundhöhlenentzündungen etc. In der japanischen Bevölkerung wächst das Interesse für Niedrigstrahlung und innere Strahlung. Im Dezember haben sich deshalb Ärzte, Wissenschafter und Bürgerorganisationen zusammengetan und die «Association for citizens and scientists concerned about internal radiation exposures (ACSIR)» gegründet. Sie wird wissenschaftliche Studien und Untersuchungen betreiben, Forderungen an die Regierung stellen, Medien und Bevölkerung aufklären. Bereits wurde die Forderung gestellt, die Grenzwerte für radioaktiv verseuchte Lebensmittel um den Faktor 100 zu senken. » zur Homepage der Association for Citizens and Scientists Concerned about Internal Radiation Exposure ACSIR (auch englisch) |
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6. Staatsfernsehen enthüllt radioaktive Gewässerverseuchung » zum Video der Sendung |
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| Recherchiert von Kaori Takigawa |